Montag, 18. Februar 2019

NEWS ----- VERANSTALTUNGEN ----- BÜCHER ----- MEDIEN ----- PROJEKTE


1.  AKTUELLES



18.02.    Abd el-Kader (1808-1883):
              Spiritualität und politisches Engagement (Ein-Sichten)

17.02.   Die Bismillah, der koranische Einleitungsvers,
              in der Promotionsurkunde von Immanuel Kant (Dialog-Journal)

14.02.   Wie die Eroberung Amerikas
16.02.   Eugen Drewermann - Interview über Klerikalismus, Missbrauch
             und die Krise der Kirche
 (katholisch.de, 14.01.2019)   

              und die Dezimierung der indigenen Bevölkerung
              zu einer "kleinen Eiszeit" führte (L-Express, 14.02.2019)


Weitere Nachrichten 
aus Religion und Welt: hier
Rück-Blicke - Vor-Schauen


 BÜCHER und MEDIEN

KALENDER, VERANSTALTUNGEN, SEMINARE

2.  InterReligiöse Bibliothek (IRB) 
InterReligious Library - Bibliothèque InterReligieuse - Biblioteca InterReligiosa
 
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  •  Neuzugänge der Bibliothek (Print): hier
RELIGIONEN A - Z: 
Grundlagen - Geschichte - Gegenwart
THEMENSEITEN


3.  (Inter)-Religiöse Einrichtungen
und Projekte

Autobahnkirche Wilnsdorf an der A 45

                                                                                                      
                                                                                     
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Cheikh Khaled Betounes und das Beispiel des Sufi-Alawiyya-Ordens (aktualisiert)

Während überall im Lande die Negativschlagzeilen über den Islam die Runde machen, wird allzuleicht übersehen, wie viele Muslime sich um ein friedfertiges gesellschaftliches Zusammenleben bemühen. Besonders der Sufismus mit seiner innigen Spiritualität zeichnet dieses Bild eines dialogisch offenen Islam. Eine erstaunliche Rolle spielt die überwiegend in Algerien und Frankreich beheimatete Sufi-Gemeinschaft der Alawiyya (Association Internationale Soufie Alawiyya – AISA), die auch einen Zweig in der Schweiz und in Deutschland haben.
Der geistliche Führer dieser Gemeinschaft, Cheikh Khaled Bentounes (geb. 1949) betont immer wieder die Notwendigkeit des Dialogs von Menschen verschiedener Religionen und Weltanschauungen, um gemeinsam dem Frieden in oft zerrissenen Gesellschaften näher zu kommen.
Er ist auch Initiator des Internationalen Tages des Zusammenlebens in Frieden, der am 17.12.2017 durch die UNO-Generalversammlung etabliert wurde und nun jedes Jahr am 16. Mai begangen wird.

Die spannende Geschichte der Alawiyya-Gemeinschaft beginnt mit der Gründung durch den Urgroßvater Cheikh Ahmed al-Alawi (1869-1934) im kolonialen Algerien:

Vgl. dazu das Buch von Martin Lings: Ein Sufi-Heiliger des 20. Jahrhunderts. Scheich Ahmad Al 'Alawi. Sein geistiges Erbe und Vermächtnis. Kandern: Spohr 2008




Die Geschichte von den Anfängen des Ordens bis hin zur Unabhängigkeit von Frankreich und die Erneuerung der Sufi-Gemeinschaft durch den jetzigen Scheich erzählt das Buch (nur in Französisch):

Histoire d’une confrérie soufie.
Paris: Albin Michel 2009
--- Die Brüderlichkeit im Erbe.
Geschichte einer Sufi-Bruderschaft  ---
Rezension: hier

Beispiele bisheriger Begegnungen :

Weitere Literaturhinweise :

  • 1996: Cheikh Khaled Bentounès avec la collaboration
    de Bruno et Romana Solt:
    Le soufisme coeur de l'islam. Les valeurs universelles de la mystique islamiste. Suivi d'extraits du Diwan du Cheikh Ben Mustapha al-Alawi. Paris: La Table Ronde 1996
  • 1998: Cheikh Khaled Bentounès avec Bruno et Romana Solt:
    L'Homme intérieur à la lumière du Coran.
    Spiritualités vivantes. Patis: Albin Michel 1998
  • 2003: Arnaud Desjardins / Philippe Haddad / Cheikh Bentounès / Peter Fener:
    La transmission spirituelle. Cahors (F): Le Relié 2003
  • Cheikh Khaled Bentounès: Vivre l'islam. Le soufisme aujord'hui.
    Espaces libres. Paris: Albin Michel 2003
  • 2011: Cheikh Khaled Bentounès: Thérapie de l'âme espaces libres.
    Paris: Albin Michel 2011
  • 2018: Cheikh Khaled Bentounès en collaboration avec Bruno Solt:
    Islam et Occident. Plaidoyer pour le vivre ensemble.

    Genève (CH) / Saint-Julien-en-Genevois(F):
    Éditions Jouvence 2018, 192 pp.

    Rezension: hier

Sonntag, 17. Februar 2019

Die Bismillah, der koranische Einleitungsvers, in der Promotionsurkunde von Immanuel Kant

Collegium Albertinum der Universität Königsberg.
Hier lehrte Immanuel Kant (Foto: 1875, wikipedia)

Der renommierte Kölner Orientalist und Schia-Experte Abdoldjavad Falaturi
(1926-1996) 
promovierte 1962 mit einer Arbeit Zur Interpretation der Kantischen Ethik im Lichte der Achtung” . Im Rahmen seiner Kant-Forschungen entstand auch ein kleiner Beitrag zur Promotionsurkunde von Immanuel Kant (22.04.1724 - 12.02.1804). Sie wirft ein bezeichnendes Licht auf die dialogische Offenheit der Aufklärungszeit im Blick auf den Islam. Anlässlich des 215. Todestages des großen Königsberger Philosophen lohnt es, darauf zu verweisen. Denn die Haltung der Aufklärung, das geistige Erbe der Welt zu durchleuchten und für die Gegenwart fruchtbar zu machen, ist das nicht zu unterschätzende Verdienst dieser Zeit.


Abdoldjavad Falaturi: Der Islam im Dialog. Aufätze. 
Hamburg: Islamwissenschaftliche Akademie 1996, S. 9-11:








CC 

Mittwoch, 13. Februar 2019

Islamische Theologie an deutschen Universitäten - Islamischer Religionsunterricht und die Islamverbände (aktualisiert)


Die politischen Entscheidungsträger in Bund und Ländern haben inzwischen organisatorisch umgesetzt, den Islam als Teil Deutschlands in die universitäre Lehre und Forschung einzugliedern. Die Erfahrungen mit den islamischen Studienzentren an den Universitäten sind ermutigend:
  • An den Universitätsstandorten für Islamische Religionslehrerausbildung geht es um die wissenschaftliche Vergleichbarkeit mit den anderen universitären Disziplinen.
    Im Blick auf die Beiräte, die die Studienzentren begleiten und für die Berufungen der Lehrenden ggf. zuständig sind, gibt es jedoch noch Differenzen, die man nun doch mit allen Beteiligten zu lösen versucht.


  • Details zu den Studienzentren für Islamische Theologie (s.u.) 
  •  
  • Islamischer Religionsunterricht - Das Engagement des VML:
    Verband muslimischer Lehrkräfte
  • Erste Islamtheologen ausgebildet - Abschluss des Graduiertenkollegs
    (Tagesspiegel, 27.09.2017)
  • Allah in der Schule. Eine Studie zeigt die Probleme bei der Ausbildung von Islamlehrern. Arnfrid Schenk in ZEIT online vom 27.09.2017
  • Muslime an deutschen Hochschulen. Religiöse Kompetenz stärkt Vielfalt und Internationalisierung. Deutsche Universitätszeitung (duz) - duz Special, 27.01.2017 (12 S., Abb.)

Zwei Besonderheiten:

1.  Der Alevismus / das Alevitentum wird in Deutschland
     als eigenständige Bekenntnisgemeinschaft geführt.
     Daher gibt es in Nordrhein-Westfalen auch dafür einen regulären Unterricht:

--- Alevitischer Religionsunterricht: Bericht vom 14.02.2011 im Kölner Stadtanzeiger
--- Alevitischer RU als ordentliches Lehrfach  (Schule NRW 05/2012) 

2.  Die Ahmadiyya als islamische Sonderform hat in Hessen inzwischen den Status einer
Körperschaft öfentlichen Rechts
.
--- Homepage der deutschen Ahmadiyya: hier



Große islamische Gruppierungen, Zusammenschlüsse
und Dachverbände in Deutschland (Auswahl)

TTund Milli Görüs im Schulterschluss – Quelle: https://www.ksta.de/29949890 ©2018
  • Die Ismailische Gemeinschaft: Dachverband der Ismailiten  (Siebener-Schiiten)

Staatliches Engagement: Deutsche Islamkonferenz: Übersichten in Google-News  


Forschungs- und Ausbildungszentren für
Islamische Theologie in Deutschland

Humboldt-Universität Berlin


Universität ERLANGEN-NÜRNBERG:


Universität FRANKFURT/M. / Universität GIESSEN 

Universität HAMBURG:  
Akademie der Weltreligionen (AWR) 


Universität MÜNSTER   

Universität OSNABRÜCK 

Universität TÜBINGEN:  

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Blog von Serdar Günes (Universität Frankfurt/M.) mit vielen Beiträgen zum Thema "Islamische Theologie und Religionspädagogik in Deutschland"

Sondersituation Bremen:
Ablösung des Faches "Biblische Geschichte" durch "Religion"
(Radio Bremen, 26.06.14)




Samstag, 9. Februar 2019

Gnana Robinson, Südindien (1935 - 2019) - Engagement für Kirchenreform und interreligiösen Dialog (aktualisiert)

Prof. Dr. Gnana Robinson (17.03.1935 - 03.02.2019)

Gnana Robinson, Prof. Dr. theol., evangelischer Pfarrer aus Südindien, gehörte zu den Theologen, die durch ihre interreligiösen Friedensaktivitäten und mit den Forderungen nach konsequenten Kirchenreformen in Indien überregional bekannt geworden sind.
Er verstarb nach kurzer, schwerer Krankheit am 3. Februar 2019, kurz vor seinem
84. Geburtstag. Mit ihm geht ein Brückenbauer verloren, der sowohl als Pfarrer wie auch als theologischer Lehrer für eine weltoffene Kirche und eine versöhnende Begegnung der Religionen eintrat.


Robinson mit
tamilischen Flüchtlingen (oben)
und im Zusammenhang Repatriierter
aus Sri Lanka (unten)
Aus: Kanyakumari
 Peace Trust's Contribution, S. 275
Robinson erhielt seine theologisch-akademischen Grade am United Theological College (UTC) Bangalore zwischen 1957-1963. Er wurde in der Kirche von Südindien ordiniert und arbeitete in den Jahren 1960-1961 als Pfarrer in der Diözese Kanyakumari (Südindien). Weitere Studien des Alten Testaments führten ihn an das Union Theological Seminary in New York. Er setzte seine postgraduale Arbeit ferner am Tantur Ecumenical Institute in Jerusalem sowie  an der Universität Hamburg fort. Dort wurde er 1975 zum Dr. theol. promoviert.
Als Theologieprofessor lehrte er über 40 Jahre an verschiedenen Hochschulen: 1963-1969 an der Theologischen Hochschule von Tamil Nadu in Thirumaraiyur, 1969 - 1987 am
Tamilnadu Theological Seminary in Madurai, davon neun Jahre lang als dessen Direktor. 
Von 1987-1993 war er Gastprofessor
am Predigerseminar der Evangelischen Kirche
von Westfalen (EKvW) in Soest
Im Juni 1993 übernahm Robinson für sieben Jahre das Rektorat das United Theological College (UTC) in Bangalore

Zweimal wurde er als Präsident der einzigen Theologischen Universität in Indien in den Senat der Serampore Hochschule (Universität) gewählt.
Gastprofessuren 1982-2001

Universität Hamburg, St. Andrews Theologischen Hochschule, Trinidad West Indies, Andover Newton Theological College, Boston (USA), Lincoln Theological College (UK), Seminar des Lutherischen Theologischen Weltbundes in Philadelphia (USA). 
Gnana Robinson engagiert sich besonders für die Armen und Marginalisierten. Er ist darum der Verantwortliche mehrerer diakonischer, sozialer und erzieherischer Einrichtungen.

Im Jahre 1985 gründete er den südindischen Kanyakumari Peace Trust und ist seit dem dessen Präsident. 

Dem Theologen geht es um die gesellschaftliche Harmonie unter den Menschen verschiedener Religionen. Dafür steht der Peace Trust Kanyakumari. Unter dem Dach dieser Friedensstiftung steht auch Iniavar Illam (INIL), ein Haus für ältere Menschen. 

Der Herausforderung einer insgesamt zunehmend multi-religiösen Gesell-schaft begegnet er mit der Arbeit von CIRSJA ( = Center for Interfaith, Relations, Studies and Joint Action).  Es ist ein Zentrum für interreligiöse Beziehungen, Studien und gemeinsame Aktion. Im Jahre 2002 erhielt er als Auszeichnung für diese Arbeit
 den INTR°A-Projektpreis für Komplementarität der Religionen.


Robinsons letzte Veröffentlichung war der engagierte Appell im Blick auf
die politische und religiöse Zukunft Indiens:
Save India - appeal to Modiji. Indian Universities Press, April 2018, 76 S.  

Einige Publikationen zum Download: 

Als Autor und Herausgeber
in Verbindung mit CIRSJA
(Nagarcoil South India) 


  • (Ed.): Unite to Serve.
    Papers presented at the National Convention
    on Communal Harmony at Kanyakumari
    on August 25-28, 2000.

    2002, 252 pp., photos
  • (Ed.): Harmony Flame Spreads Across India. 2009, VIII, 356 pp.
  • Spirituality Beyond the Boundaries of Religions. 2013, 33 pp.
  • (Ed.): Kanyakumari Peace Trust's
    Contributiob to Communal Harmony,
    National Integration and Welfare
    of the People of India.
    2014, 241 pp,. photos
  • Beiträge auch in:
    Lalrinawmi Ralte (ed.): Women Re-Shaping  Theology. Women's Introducing Studies in Theological Education in India.
    UTC Bangalore / ISPCK  Dehli 1998
    Download: hier
Zu weiteren englischsprachigen Publikationen und Informationen
vgl. die Seite: Peace Trust Kanyakumari




Die Flamme der Harmonie breitet sich über Indien aus.

CC