Freitag, 16. November 2018

Die universale Kraft der Musik --- Weltmusik (aktualisiert)

Konzertpause im Pierre-Boulez-Saal
der Barenboim-Said Akademie Berlin (Dez. 2017)

Für die Begegnung der (monotheistischen) Religionen bietet nicht nur die Sprache, sondern auch die Musik viele Möglichkeiten. Im Mittelalter entwickelte sich auf der Iberischen Halbinsel eine Bühne der Vemittlung von jüdischen, christlichen und islamischen Elementen, aber auch im übrigen Europa gab es mehr interreligiöse Musikverbindungen, als man normalerweise vermutet.  So gehen inzwischen Musiker und Komponisten immer wieder auf Entdeckungsreise. Mehrere Gruppen haben vor einigen Jahren damit begonnen, solche interreligiösen Schätze aktualisierend ans Licht, besser ans Ohr zu bringen.

Solche Beispiele sind auch:
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Die Welt ist Klang: Joachim-Ernst Behrendt
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Helmut Rilling (2013, Wikipedia)
Helmuth Rilling (geb. 1933): 
Johann Sebastian Bach universal 


Helmuth Rilling:
Über die Zukunft geistlicher Musik ...  
(Planet Inerview, 29.05.2013)

Helmuth Rilling: Ein Leben mit J.S. Bach                                             
 
(Volkers Klassikseiten)
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Jordi Savall, WCRB, Mai 2018)
Jordi Savall (geb. 1941) 


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Renaissance, Barock, Aufklärung

Übersicht
1.  Daniel Barenboim und das West-Eastern-Divan Orchestra
2.  TRIMUM - Chor für Juden, Christen und Muslime
3.  Ensembles - Verbindung mehrer religiöser Traditionen4
5.  Literaturanregungen

1. Daniel Barenboim
und das West-Eastern Divan Orchestra
  
2. TRIMUM mit einem Chor
für Juden, Christen und Muslime


Die berühmte Stuttgarter Bachakademie als federführender Veranstalter hat von 2012 - 2014 dieses Projekt vorangetrieben. Seit 2015 wird es in Eigenregie geführt. Initiator und Promotor ist weiterhin  Bernhard König, der sich nicht nur als ehemaliger Konzertveranstalter, sondern seit längerer Zeit auch als Autor, Komponist und Interaktionskünstler die Musik als interreligiöse Kraft beeindruckend verdeutlicht.
Vgl. bereits: Bernhard König im WDR 5 -Tischgespräch vom 02.10.2013


TRIMUM - Spuren verdichteten interreligiösen Singens
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3. Mehrere religiöse Traditionen Religionen sind Schwerpunkt dieser Ensembles: 
Michael Gassmann (Hg.): Der eine Gott und die Vielfalt der Klänge
--- (Besprechung in: CIG 20/2014)


Bernhard König / Tuba Isik /Cordula Heupts (Hg.): Singen als interreligiöse Begegnung. Musik für Juden, Christen und Muslime. Beiträge zur Komparativen Theologie, Bd. 28. Paderborn: Schöningh 2016, 226 S.
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Rezension: hier
      • Le Grand Livre des Musiques Sacrées du Monde.   
        Auteur / Autor: Gérard Kurkdjian
        Paris: Albin Michel 2016, 432 pp.
        Kurzvorstellung: hier 
      • Connaissance des Religions:
        No. 75-76 (janv-juin 2005), 314 pp.:

        Les pouvoirs de la musique.

        À l'écoute du sacré
      • Martin Petzoldt (Hg. im Auftrag
        des Kirchlichen Komitees Johann Sebastian  Bach 1985):

        Bach als Ausleger der Bibel.
        Theologische und musikwissenschaftliche Studien
        zum Werk Johann Sebastian Bachs.

        Göttingen: V & R 1985, 280 S.,
      • Cyrill Scott: Musik.
        Ihr geheimer Einfluss durch die Jahrhunderte.

        München: Hirthammer 1985, 275 S.

     CC-Lizenz (Creative Commons)

 


Donnerstag, 15. November 2018

NEWS - VERANSTALTUNGEN - BÜCHER - MEDIEN - PROJEKTE


1.  AKTUELLES



15.11.      Was ist mit Pater Paolo in Syrien geschehen?
                Das Mysterium seines Verschwindens (mit Fotos)
 
                La Croix, 15.11.2018 ---
                Weitere Infos - auch zum Kloster Mar Moussa: hier

12.11.      Moral im Schlingerkurs - 
                 barockes Lebensgefühl zwischen Liebe, Macht und Heuchelei
                 (Dialog der Religionen)

10.11.      Engagierter Buddhismus: Bernhard Glassman (1939-2018)
                 (Dialog der Religionen)

09.11.       Vor 80 Jahren: Die sog. Reichskristallnacht:
                  Hintergründe und Informationen (bpb, 08.11.2018)



Weitere Nachrichten
aus Religion und Welt: hier

Rück-Blicke - Vor-Schauen


 BÜCHER und MEDIEN

KALENDER, VERANSTALTUNGEN, SEMINARE

2.  InterReligiöse Bibliothek (IRB) 
InterReligious Library - Bibliothèque InterReligieuse - Biblioteca InterReligiosa
 
 ---  
Hauptseite der IRB:
Alle KATALOGE mit Archiven: hier 
  •  Neuzugänge der Bibliothek (Print): hier
--- mit weiterführenden Literaturangaben






3.  (Inter)-Religiöse Einrichtungen
und Projekte
Autobahnkirche Wilnsdorf an der A 45

                                                                                                      
                                                                                     
CC - Lizenzbedingungen:
Creative Commons

Donnerstag, 8. November 2018

Divali - indisches Lichter- und Neujahrsfest -------------------- 07. - 11.11.2018

Der Gott Rama mit seinem Jagdbogen
Inderinnen und Inder aller Glaubens-schattierungen, also besonders Hindus, Sikhs und Jains,  feiern vom
07. - 11. November 2018  das Lichterfest Divali oder Deepavali. Es bedeutet den Sieg des Lichtes über die Finsternis. Dies geschieht zu Ehren der Göttin Lakshmi, der populären Göttin des Wohlstands und des Erfolges. 
Die Themen des Festes beziehen sich auf das berühmte  Epos Ramayana.
Der Gott Rama erlebt durch den Raub seiner Ehefrau viele Abenteuer. Schließlich wird die Rückkehr Sitas und die glückliche Wiedervereinigung erzählt.

Mit diesen Licht-Feiern beginnt ein neuer Zeitabschnitt, in Nord-Indien ist dies gleichzeitig der Beginn des Neuen Jahres. Das Fest dauert in der Regel mehrere Tage.


Lakshmi-Lampe
Die Freude angesichts der aufflammenden Lichter zeigen die Menschen auch dadurch, dass sie sich besondere Divali-Geschenke machen. Auch ist es üblich, Glückwunschkarten zu versenden.

Divali /Deepavali-Grüße 2018 des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK): hier

Wie die Mogul-Herrscher Divali mit "Grandeur" feierten: Video (scroll.in, 22.10.2017)


Donnerstag, 1. November 2018

Farid Esack - Dialog der Geichwertigen in der Spannung von Unterdrückung, Armut und Gerechtigkleit (aktualisiert)


Der islamische Theologe Farid Esack
(geb. 1959 in Wynberg, Südafrika) gehört zu den Promotoren für ein von Apartheid und Rassismus freies Südafrika. Engagiert strebt er die Chancen und den Reichtum einer multikulturellen, demokratischen Gesellschaft an und trägt damit bei - zur Versöhnung sozialer und ethnischer und religiöser Konflikte.
1994-1998 war er Gleichstellungsbeauftragter in der Regierung Mandelas. Inzwischen ist er Professor für Religionswissenschaft an der Universität Johannesburg. Er ist einer der progressivsten Denker und Koranausleger überhaupt. Mit ihm hat sich eine eigenständige befreiungstheologische Lesart des Korans entwickelt. Diese verbindet sich mit einer dialogischen Offenheit für Menschen aller religiösen Traditionen.
Vgl. dazu den Beitrag: Eine befreiungstheologische islamische Hermeneutik - Farid EsackAuch zwei seiner Bücher geben diese Intentionen beeindruckend wieder: 



Bereits 1994 berichtete Esack über seine Befreiungserfahrungen,
auch im sich verändernden Südafrika:
Gesellschaftliche, religiöse und politische Dimensionen des Vorurteils

Bei einer Konferenz in Frankfurt/M. (Oktober 2010) zeigten
Hasan Hanafi und Farid Esack dass Werte und Normen des Islam nur im Sinne verantwortlichen Menschseins vor Gott verstanden werden können.

Auf einer Tagung des Theologischen Forums Christentum-Islam in Stuttgart zum Thema Armut und Gerechtigkeit (6.-8. März 2015) betonte er besonders, dass es nicht nur darum gehe, angesichts körperlicher und seelischer Not von Menschen Barmherzigkeit zu üben, sondern bewusst den Ursachen solcher Ungerechtigkeit und Unterdrückung nachzugehen, und zwar mit dem Ziel, die skandalösen Ursachen  zu beseitigen.

Die Texte Esacks sind durchweg von klarer Stellungnahme gegen Ungerechtigkeit, Unterdrückung und Armut geprägt, aber nicht im Sinne abgrenzender Polemik, sondern mit der Zielrichtung versöhnender Aktualität und Dialogbereitschaft. Es ist wichtig, sich dieser Herausforderungen  nicht nur in einem multikulturellen und multireligiösen Südafrika zu erinnern, sondern die jeweils eigene gesellschaftliche Situation unter diesen Gesichtspunkten zu befragen.
Deshalb gilt auch: 
Farid Esack - liberaler islamischer Theologe, engagiert für Menschenrechte  - mehr als nur ein "Israelkritiker" (Qantara.de, 01.03.2017) 

 

Samstag, 20. Oktober 2018

Hildegard von Bingen - Wegweiserin für eine glaubwürdige Kirche (aktualisiert)

Kloster-Hospital auf dem Disibodenberg
Die Mystikerin, Klostergründerin, Naturmedizinerin, Predigerin und Politikerin Hildegard von Bingen (1098-1178) gehört zu den bedeutendsten Persönlichkeiten des Mittelalters. Sie wurde als Heilige sehr bald nach ihrem Tode verehrt, jedoch erst am 7. Oktober 2012 durch Papst Benedikt XVI. zu Kirchenlehrern (doctores ecclesiae) erhoben, übrigens zugleich mit
Johannes von Ávila (1499-1569).

Hildegard  hat wesentlich zur Veränderung von Kirchenstrukturen beigetragen und wirkt bis heute als Orientierungspunkt einer Kirche, die die Frohe Botschaft auch gegen Missstände zu verkündigen hat und damit politisch für eine gerechte Gesellschaft aktiv werden muss. Sie verbindet in ihren Vorstellungen und Visionen unmittelbare Gottesbeziehung mit gesellschaftspolitischem Engagement. Dies brachte ihr mehrfach Ärger mit der kirchlichen Hierarchie ein. Hildegard von Bingen hat darüber hinaus bis heute einen großen Einfluss auf die Gesundheits- und  Heilkräuterlehre. 
Vision: Chöre der Engel

Das Hauptwerk mit Hildegards Visionen Hildegards ist "Scivias  - Wisse die Wege",
an dem sie 10 Jahre gearbeitet hat. 

Visionsbilder mit den Kommentaren Hildegards


Ergänzendes

Pascale Fautrier: Hildegard von Bingen -
ein Geheimnis der Herkunft.
Paris: Albin Michel 2018


Montag, 15. Oktober 2018

33 Stationen : Mit dem georgischen Alphabet durch die Geschichte zwischen Schwarzem Meer und Kaukasus

Einladungsplakat zur Ausstellung: Georgia - Made by Characters
Homo Georgicus (ca. 1,8 Mill. Jahre),
erste Menschenfunde in Georgien
außerhalb von Afrika

Ausstellung in Frankfurt/M.:
Senckenberg Naturmuseum


lud der Ehrengast Georgien zu einem besonderen Gang durch die Geschichte und Kultur dieses Landes ein. 
Man könnte den Anfang der Geschichte schon vor 1,8 Millionen Jahren beginnen lassen, denn der in Georgien gefundene Schädel des "Homo Georgicus" ist der erste Nachweis des Menschen außerhalb Afrikas ... 

Im Ehrengast-Pavillon beschränkte  man sich auf einen Gang von der Antike bis in die Gegenwart. Dazu war der Raum entsprechend dem georgischen Alphabet
(28  Konsonanten, 5 Vokale) arrangiert worden:
An 33 Stationen wurde deutlich, wie sehr man bei diesem Land doppelsinnig sagen kann: "Made by Charakters", eine charmante Doppeldeutigkeit, denn das englische Wort "Charakter" steht ja auch für Schriftzeichen und bedeutet in der Ausstellung natürlich zugleich, welche Besonderheiten kultureller Art und welche herausragenden Persönlichkeiten dieses Land bis heute prägen.



Einige "Charaktere" - aus Legende und Geschichte


Im Ehrengastpavillon: Begegnung mit Georgien


Die Argonauten am Kaukasus
Da standen sie denn im Vorhofe 
und bewunderten die dicken Mauern
des Königshauses, die hochgeschweiften Tore,
die mächtigen Säulen,
die hier und dort
an den Mauern hervorsprangen.

Das ganze Gebäude umgürtete
ein hervorstehendes steinernes Gesimse,
das mit ehernen Dreischlitzen
abgekantet war ...

Und darunter perlten
vier immer fließende Springquellen;
die eine sandte Milch empor,

die zweite Wein,
die dritte duftendes Öl,
die vierte Wasser.


Apollonios von Rhodos (295 v. Chr. - 215 v. Chr.):
Argonautica, übers. Gustav Schwab
Aus: Entdecke Georgien durch sein Alphabet.
Georgia Made by Characters. Frankfurter Buchmesse 2018

Die gerundeten Buchstaben des georgischen Alphabets als Wegstationen durch den Pavillon



Königin Tamar und
das Goldene Zeitalter Georgiens



Ihr, der Maid, den Thron zu gönnen,
unser Schöpfer selbst geruht.
Walten kann sie wie ein Weiser,
hierin keiner schmeicheln tut.
Schön ist ihrer Strahlen Krone,
wie sie selbst - in Taten gut.
Löwenkind, ob Männchen, Weibchen,
bleibt doch immer Löwenbrut.

Schuta Rustaweli (etwa 1171 - ca. 1216),
Er schrieb das höfische Epos Der Recke im Tigerfell (georgisch Vepkhis t'q'aosani).
Das Original-Manuskript wurde im Jahr 2013 zum Weltdokumentenerbe erklärt.


Der schwierige Weg in die demokratische Freiheit:
Erste Unabhängigkeitsphase 1918-1921
Zweite Phase der Unabhängigkeit seit 1991

Leseland Georgien


Die Vielfalt einer eigenständigen Kultur

Poesie zwischen Bergen und Meer
Ein weiterer kleiner literarischer Einblick


CC