Donnerstag, 23. März 2017

West-östlicher Divan in Iserlohn (aktualisiert)

Es gibt ihn schon seit 1991, den west-östlichen Divan in Iserlohn. 
Er findet drei- bis viermal jährlich in der
Ev. Erlöserkirchengemeinde Iserlohn-Wermingsen 
statt.
Der Gedanke einer ständigen Baustelle Kulturbrücke steht hinter diesen interreligiösen Begegnungen. Ein bestimmtes Thema kommt jeweils besonders zur Sprache.


Nächster Divan Nr. 139: Donnerstag, 19. Juni 2017
Weitere Termine 2017:

jeweils Donnerstag: 05.10. / 30.11.

Unschwer ist zu erkennen, dass das Motto „unseres“ Divan von Johann Wolfgang Goethe stammt:
Wer sich selbst und andre kennt
Wird auch hier erkennen:
Orient und Okzident
Sind nicht mehr zu trennen.
Sinnig zwischen beiden Welten
Sich zu wiegen lass ich gelten;
Also zwischen Ost- und Westen
Sich bewegen, sei’s zum Besten!“
          West-östlicher Divan, Nachtrag 1825/26

Diese Worte des Dichterfürsten zeigen die Verwobenheit des Westens mit dem Osten. „Unser“ Divan nimmt diese Verwobenheit jedes Mal aktuell und grundsätzlich auf. Die Termine und Themen werden in der örtlichen Presse und auch im interreligiösen Veranstaltungskalender angekündigt:  
 Zur Struktur:
Meistens beginnen wir einen „Divan“ mit aktuellen Berichten, die oft durch Erfahrungen von „Betroffenen“ verstärkt werden. Dazu kommt Vortrag und Rezitation von teilweise poetischen Texten aus anderen geografischen und spirituellen Landschaften. Wir nehmen das Hin- und Herwiegen also fast wörtlich. Durch verschiedene Klänge und Lieder aus der christlichen Tradition und zuweilen auch der Nachbarreligionen wird Musik selbst zu einer Brücke zwischen den verschiedenen Welten und weckt in den Hörern oft unvermutete Erkenntnisse, welche multikulturelle und multireligiöse Bereicherung bedeuten. 
Zur Geschichte:
Seit dem Jahre 1991 setzen sich Menschen in dem Iserlohner Divan oder auf diesem (geistigen) Divan zusammen. Er fand verschiedene gastfreundliche Orte, an denen der Divan mehrere Jahre stattfand: Die Reformierte Kirche (City-Kirche), dann die Kapelle der Ev. Akademie bis zu deren Verkauf und nun schon mehrere Jahre im Gemeindehaus der Ev. Erlöserkirchengemeinde in Iserlohn-Wermingsen.
Neben vielen vertrauten Gesichtern kommen immer wieder Interessierte neu hinzu. Sie bringen ihren unterschiedlichen biografisch-religiösen Hintergrund sozusagen mit und setzen sich dem fremden Bekannten und dem unbekannten und doch Vertrauten aus. Sie merken dabei, wie sie sich selbst verändern: Deutsche und Ausländer, Muslime, Christen, Anhänger der Baha’i-Religion, Marokkaner, Griechen, Iraner, Flüchtlinge aus Ex-Jugoslawien, Männer und Frauen.
Im Grunde hat mit diesem Divan eine geistige Wanderung, eine interreligiöse Pilgerreise begonnen, von der zu hoffen steht, dass sie dem Zusammenleben von Menschen verschiedener Glaubensweisen und damit auch der deutschen Gesellschaft in unserer Region zugute kommt.

Weitere Informationen und Einladungen zu den einzelnen Terminen per Rundmail Anfragen – E-mail: interrel@t-online.de

Mittwoch, 22. März 2017

Maghreb, Mittelost und Süd(-Ost)-Asien: Terror und die Bedrohung religiöser und ethnischer Minderheiten (aktualisiert)

Durch die Revolutionen im Nahen Osten, besonders in Ägypten und durch den Bürgerkrieg in Syrien sowie die brutal-fundamentalistischen IS-Kämpfer im Irak hat sich die Lage für die dortigen Christen beunruhigend zugespitzt. Ähnliches gilt auch für Pakistan und weitere Staaten Südasiens, z.B. Malaysia und selbst Indonesien.
So haben die Verfolgung und Ermordung von Christen und anderen Minderheitenen  ein bisher nicht gekanntes Ausmaß erreicht.
In Indien verstärkt  der Hindu-Nationalismus den Druck auf die anderen religiösen Traditionen, besonders den Islam und das Christentum.

Es ist schwer abzuschätzen, wie sich das Jahrhunderte lange oft friedliche und gastfreundliche multireligiöse Zusammenleben in den afrikanischen und asiatischen Gesellschaften weiter entwickeln wird. Besonders durch die Bürgerkriege und die Expansion des sog. Islamischen Staats (IS) und verwandter Milizen sind der gesamte Mittlere Osten, Teile Nordafrikas und der Subsahara-Gebiete destabilisiert.

ÜBERSICHT
1. Der sog. Islamische Staat - Bedrohung und Gewaltexzesse
2. Länder und Regionen (A - Z)
3. Hintergrundinformationen: Naher und Mittlerer Osten



1.  DER sog. ISLAMISCHE STAAT
     - BEDROHUNG UND GEWALTEXZESSE


2.  LÄNDER UND REGIONEN

ARABISCHE HALBINSEL und NAHER OSTEN 

--- Pulverfass Naher Osten - Der Abgrund der arabischen Welt
    (NZZ online, 13.02.2017)


ÄGYPTEN
INDONESIEN

IRAK
MAGHREB mit MAROKKO
MALAYSIA
MYANMAR / BURMA

 PAKISTAN / AFGHANISTAN
PALÄSTINA
Von den Anfängen bis heute, vgl. Wikipedia: Palästinakonflikt.

SYRIEN

TÜRKEI


3. Hintergrundinformationen:
    NAHER und MITTLERER OSTEN / SÜDOSTASIEN






Noruz / Now-Ruz / Naw-Rúz - 2017 - Frühlingsfest im iranischen Kulturraum und Neujahr in der Baha'i-Religion (aktualisiert)

Der Kampf zwischen Stier (Symbol für die Erde)
und Löwe
(Symbol für die Sonne)
als Sinnbild des zoroastrischen
Noruz (aus Persepolis
, Iran)
(Wikipedia - Nouruz)

Das Naw-Rúz-Fest (auch Noruz, Nouruz oder Nowruz) hat religionsgeschichtlich seine Wurzeln in den altiranischen Religionen, besonders im Zoroastrismus.
Es ist damit über 2500 Jahre alt.


Noruz wird als "Persisches Neujahrsfest" im gesamten iranischen Kulturraum
begangen. Es ist zugleich eine feierliche Begrüßung des Frühlings.
 Auch in den kurdischen Siedlungsgebieten spielt es eine große Rolle.
 Insgesamt wird Noruz in Zentralasien, im Kaukasus, auf dem Balkan,
in der Schwarzmeer-Region und im Nahen Osten gefeiert -
und natürlich von Iranern überall auf der Welt.

Symbol der Baha'i-Religion

Bei den Baha'i-Gläubigen wird nach einer 19tägigen Fastenzeit  der Neujahrstag Naw-Rúz
(no Rúz = neuer Tag ) immer am 20. oder 21. März als feststehender Termin gefeiert.
Mehr zum Baha'i-Kalender: hier

 


Ein besonders schöner mittelöstlicher Brauch
ist die spezielle Speise für Noruz,

genannt Haft-Sin oder die Sieben S:
Haft-Sin-Tisch (engl. Wikipedia)
Es handelt sich um ein spezielles Arrangement
mit 7 Speisen.
Sie beginnen alle mit dem Buchstaben s (sin = س ) nach dem persischen Alphabet .


Ein Haft-Sin-Tisch enthält folgende Zutaten,
die Folgende Elemente symbolisieren:
  1. Der Spiegel der Himmel
  2. Der Apfel =  die Erde
  3. Die Kerzen = das Feuer
  4. Das Rosenwasser (Golab) = das Wasser
  5. Weizen oder Gerste (Sabzeh) = Pflanzen
  6. Der Goldfisch steht für die Tiere
  7. Die bemalten Eier zeigen den Menschen
    und die Fruchtbarkeit der Erde an.

Noruz-Fest im West-östlichen Divan Iserlohn
Da es sich bei Noruz um ein altes Frühlingsfest handelt, mischen sich hier religiöse und volkskundliche Bezüge aus dem mittelöstlichen Raum.
Im dialogischen Kontext ist zu beachten, dass die Schia der Baha'i-Religion z.T. sehr kritisch gegenübersteht und im derzeitigen Iran die Baha'i-Gläubigen Verfolgungen ausgesetzt sind.
Da auch im Westen gern an den Beginn des Frühlings erinnert wird, bietet sich eine kulturverbindende Vermittlung mit den iranischen Traditionen und der Baha'i-Religion an.

Bericht in Qantara.de (21.03.14) zu Noruz
Weitere Informationen: Beschreibung der Feste von 12 Religionen





Samstag, 18. März 2017

Bayern am Beginn der Reformation - eine digitale Zeitreise

Martin Luther und die frühe Reformation in Bayern.
Anhänger, Gegner, Sympathisanten
Veste Coburg:
Lutherkapelle und Fürstenbau
(Wikipedia)
9 Persönlichkeiten, 12 Orte, 120 Kulturschätze –
tauchen Sie ein in die bayerische Reformationszeit des 16. Jahrhunderts!


--- Digitale Reformationsausstellung: hier 

Das heutige Bayern mit seinen Landesteilen
Altbayern, Franken und Schwaben ist in dieser Epoche
von einer enormen Vielfalt geprägt:
Das Herzogtum Bayern entwickelte sich schon früh
zu einem Hort der Reformationsgegner, leitete aber gleichzeitig kirchliche Reformen ein.
Der Ingolstädter Theologe Johannes Eck personifiziert diese Linie.
Ausgehend von der Reichsstadt Nürnberg und Reformatoren wie Andreas Osiander
setzte sich die neue Lehre in Franken dagegen rasch durch.
Auch in Schwaben gab es mit Memmingen und Lindau Zentren der Reformation.
Augsburg ist hingegen mit zwei Ereignissen von weltgeschichtlicher Bedeutung verbunden:
1530 überreichten dort die Protestanten dem Kaiser die „Confessio Augustana“,
1555 wurde der Augsburger Religionsfriede geschlossen.
Martin Luther selbst hielt sich in Bayern nur wenig auf, sein persönlicher Einfluss war gering.
Gleichwohl ist die bayerische Reformationsgeschichte ohne seine zentralen theologischen Schriften
nicht vorstellbar. Sein sechsmonatiger Aufenthalt auf der Veste Coburg,
damals zum Kurfürstentum Sachsen gehörig, ist bis heute wichtiger Bestandteil
deutscher Erinnerungskultur.
bavarikon hat für die virtuelle Ausstellung 120 hochwertige Objekte
aus mehr als 20 Archiven, Bibliotheken, Museen und Pfarrämtern zusammengetragen,
darunter historische Drucke, Gemälde, Kirchenausstattungen und Kunsthandwerk.
Besondere Highlights sind 26 Originalhandschriften Martin Luthers
und eine 3D-Präsentation seiner Coburger Wohnstube.
Die Ausstellung hat ihren zeitlichen Schwerpunkt
in den Jahren von 1517 bis 1530.
Quelle: bavarikon - Portal zur Kunst. Kultur und Landeskunde des Freistaates Bayern

Freitag, 17. März 2017

Der furchtbare Krieg in Syrien seit 2011 ---- Die Folge: Millionen Flüchtlinge (aktualisiert !)

Ethnisch-religiöse Situation in Syrien
Quelle: Syria Ethno-religious compositionby Institute
for the Study of War - aus: http://commons.wikimedia.org




Der Arabische Frühling hatte auch in Syrien Hoffnungen aufkeimen lassen. Aber nun schon mehrere Jahre ist brutale Gewalt zum Alltag im Lande geworden. Unermessliches Leid trifft die Bevölkerung. Millionen sind innerhalb des Landes auf der Flucht oder sind in die Nachbarländer geflohen. Besonders der Libanon, Jordanien und die Türkei tun schier Unmögliches zur Aufnahme der Flüchtlinge.

 
Dramatische Zahlen (2017) 
  • Libanon: 450.000 Flüchtlinge aus Palästina und dem Irak, 2 Millionen registrierte Flüchtlinge aus Syrien seit 2011  - Einwohnerzahl: 4,5 Millionen
  • Jordanien:  ca. 1 Million Füchtlinge - Einwohnerzahl: 9 Millionen
  • Türkei: ca. 2,7 Millionen Flüchtlinge - Einwohnerzahl: 80 Millionen
Maronitische St. Elias-Kirche
in Aleppo (2007 !) - aus Wikipedia
Religiöse und ethnische Minderheiten sind am meisten betroffen und drohen in diesem Krieg völlig zerrieben zu werden.


Weitere Informationen


--- Die gefährdete Zukunft der Armenier
     in Syrien und in der Levante
(NZZ 14.04.2014)

--- Berichte mit einer Chronologie des Bürgerkriegs in Syrien
                                   (fr-online vom 28.08.2013 mit Bildergalerie)

--- Das Drama um Maaula und das Thekla-Kloster (La Vie, 11.03.2014)

--- Die dunkle Seite der Assad-Beraterin Bouthaina Shaaban
    
(The Star, Toronto, 31.01.14)

--- Aufruf von Papst Franziskus zu einem Gebetstag für Syrien (07.09.13)



Der gewaltlose Widerstand der Frauen
--- Voices of Syrian women in civil resistance

(Nada Alwadi in Open Democracy vom 27.09.2013)


Hintergrundinformationen