Sonntag, 22. Mai 2022

Syrien - Vom Krieg verwüstet (aktualisiert)

Ethnisch-religiöse Situation in Syrien
Quelle: Syria Ethno-religious composition by Institute for the Study of War - 
aus: http://commons.wikimedia.org

Der Arabische Frühling hatte auch in Syrien Hoffnungen aufkeimen lassen. Sie sind weitgehend zerbrochen. Der 2011 ausgebrochene Krieg und seine Folgen sowie die brutale Gewalt gehören immer noch zum Alltag. Unermessliches Leid ist die Folge. Auch wenn der Islamische Staat militärisch vertrieben wurde, so bleibt die Zukunft Syriens unklar.

"Hunderttausende Syrer haben bei der Niederschlagung des friedlichen Aufstands von 2011 ihr Leben verloren, ca. 13 Mio. wurden zu Flüchtlingen. Heute ist Syrien wirtschaftlich am Boden. Der UN-Friedensprozess in Genf stockt, weil es keine internationale Dynamik für einen Friedensschluss gibt." (bpb Syrien, 18.06.2020, Autor: Carsten Wieland)

Die Region ist weiterhin von großer Not gezeichnet.  In Jordanien, im Libanon und der Türkei leben immer noch Hunderttausende in Flüchtlingslagern.

Maronitische St. Elias-Kirche in Aleppo (2007 !) - aus Wikipedia

Hintergrund-Informationen 

ALEPPO 

Palmyra, Aleppo, Damaskus, Kloster Mar Moussa  
Palmyra: Diokletians-Palast und arabische Zitadelle (Wikipedia)


Der gewaltlose Widerstand der Frauen

--- Voices of Syrian women in civil resistance  (Nada Alwadi in Open Democracy vom 27.09.2013)


Flüchtlinge im Nahen Osten (2017) 

  • Libanon: 450.000 Flüchtlinge aus Palästina und dem Irak, 2 Millionen registrierte Flüchtlinge aus Syrien seit 2011  - Einwohnerzahl: 4,5 Millionen
  • Jordanien:  ca. 1 Million Füchtlinge - Einwohnerzahl: 9 Millionen
  • Türkei: ca. 2,7 Millionen Flüchtlinge - Einwohnerzahl: 80 Millionen
Religiöse und ethnische Minderheiten sind am meisten betroffen und sind in diesem Krieg zum Teil völlig zerrieben worden.

Informationen 2011 - 2017
--- Die gefährdete Zukunft der Armenier
     in Syrien und in der Levante
(NZZ 14.04.2014)

--- Berichte mit einer Chronologie des Bürgerkriegs in Syrien
                                   (fr-online vom 28.08.2013 mit Bildergalerie)

--- Das Drama um Maaula und das Thekla-Kloster (La Vie, 11.03.2014)

--- Die dunkle Seite der Assad-Beraterin Bouthaina Shaaban
     (The Star, Toronto, 31.01.14)

--- Aufruf von Papst Franziskus zu einem Gebetstag für Syrien (07.09.13)

Donnerstag, 19. Mai 2022

Liebe zum Orient - die Moschee im Schwetzinger Schlossgarten (aktualisiert)

"Gebaute Ringparabel"
Die kurfürstliche Sommerresidenz - Schloss und Schlossgarten in Schwetzingen - faszinieren allein schon deshalb, weil hier der heitere Geist der Aufklärung geradezu sinnenhaft erfahren werden kann. Carl Theodor (1724-1799), Kurfürst der Pfalz, Herzog von Jülich-Berg und seit Ende 1777 auch Kurfürst von Bayern,  war ein engagierter Förderer von Kunst und Wissenschaft und gründete u.a. die Mannheimer Akademie der Wissenschaften. Der Charme des Rokokotheaters, erbaut von Nicolas de Pigagebringt diese Toleranz durch "Kulturfestivals"  besonders zum Ausdruck. Übrigens - der von Goethe hochgeschätzte  Wolfgang Amadeus Mozart besuchte dreimal die Sommerresidenz. Auch Voltaire erfreute sich 1753 und 1758 an der Gastfreundschaft des Kurfürsten. Der Dichter konnte sogar durch dessen Großzügigkeit im Schlosstheater einige seiner Stücke aufführen lassen. 
Bildnis aus "Théatre de Voltaire"
(London 1782)
Dass man vom Osten lernen kann, haben die politischen Herrscher des 18. Jahrhunderts in vielfacher Weise zum Ausdruck gebracht. 
Ein besonders liebevoll arrangiertes Beispiel ist die Moschee im großen Schlosspark von Schwetzingen. Sie wurde zwischen 1777 und 1795 - ebenfalls von de Pigage - gebaut. Man hat sie jedoch nie als Moschee genutzt. Mit dem sie umgebenden türkischen Garten stellt sie ein Stück islamisch geprägter Kultur mitten in Deutschland dar. Sie ist zugleich eine Oase der Ruhe, Besinnung und Weisheit, wie die vielen Verse an den Wänden des Vorhofs und in der Moschee selbst zeigen. Sie sind in arabisch und deutsch fein in den Putz hineingeschrieben.
Aufgeklärte und Bildung liebende Herrscher wie Kurfürst Carl Theodor waren ganz offensichtlich der Meinung, dass der Islam zu Deutschland gehört ...

Vgl. Aspekte zum Islam in Europa
Buchempfehlungen:
Europa im Orient - der Orient in Europa



Schattenspiele
Der Moscheehof


Mihrab- Nische nach Mekka


Hauptkuppel der Moschee

... Gute Handlungen bleiben ewig

Seitenkuppel der Moschee

Wie bei den indischen Mogulkaisern: Moscheehof-Galerie

Chinesisch anmutend: Blick in den türkischen Garten

Aus dem originalen Plan des Schlossgartens


Dienstag, 17. Mai 2022

Notwendigkeit und Schwierigkeiten bei der Erneuerung der Koran-Interpretation (aktualisiert)

Innerhalb der islamischen Theologie und Literaturwissenschaft  gibt es seit Jahren eine zum Teil heftige Debatte um die Auslegung des Korans unter den Bedingungen der Moderne. Sie reicht von einem unverrückbaren Verständnis des absolut geoffenbarten Wortes Gottes im koranischen Text bis hin zur Beachtung historischer Bedingtheiten. Auch auf Deutsch gibt es viele  Koran-Übertragungen und Kommentare. Sie zeigen  sowohl hermeneutische Möglichkeiten als auch "dogmatische" Schwierigkeiten an.




Weitere wichtige islamische ReformerInnen