Mittwoch, 5. Mai 2021

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Autobahnkirche Wilnsdorf an der A 45

                                      
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Romain Rolland - Literaturnobelpreisträger im Dienst des Friedens (aktualisiert)

Der Dichter und Musikschriftsteller Romain Rolland (geb. 1866 in Clamecy, gest. 1944 in Vézelay) gehört nicht nur zu den bedeutendsten Literaten Europas. Sein Engagement war zugleich von einer intensiven Multikulturalität und Interreligiosität geprägt.
Bereits mit 11 Jahren fing er an, schriftstellerisch aktiv zu werden. 1880 zog die Familie nach Paris, wo sich Rolland auf das Lehramt als Gymnasiallehrer vorbereitete. Er trat nach bestandenen Prüfungen jedoch den Schuldienst nicht an, sondern unternahm viele Bildungsreisen durch Europa. Die Faszination für Musik und Kultur schlug sich in entsprechenden Schriften über Michelangelo, Scarlatti, Händel und Beethoven nieder - sowie die Fragment gebliebene Lebensbeschreibung über Georges Bizet. Am beeindruckendsen wurde schließlich sein 10bändiger Roman Jean Christophe (1904-1912).

Clamecy: Straße zum Geburtshaus von Romain Rolland

Als der 1. Weltkrieg begann, war Rolland gerade in der Schweiz und sah mit Entsetzen, wie sich Europa quasi selbst in den Untergang trieb. Neben seinem Engagement beim Roten Kreuz schrieb er im Journal de Genève die berühmt gewordene Artikelserie. 

Au-dessus
de la mêlée
(1914)

Über dem
Schlachtgetümmel

Rezension von
Urs Bitterli
in JOURNAL 21

vom 07.12.2013
Deutsche Ausgabe:
München: C.H. Beck 2015, 175 S.
(mit Leseprobe). 
Zur deutschen Gesamtausgabe der Tagebücher aus den Kriegsjahren 1914-1919
Vgl.: Erich Köhler: Das Gewissen der Welt.
Zu Aufzeichnungen und Dokumenten 
Romain Rollands (Die ZEIT Nr. 19, 12.05.1955)

Hier wandte er sich generell gegen den Krieg. In Frankreich angefeindet
und in Deutschland verschwiegen - nur von wenigen Intellektuellen wurde er verstanden.
Einen bewegenden Friedensaufruf schrieb er an Gerhart Hauptmann
 Zu seinen Freunden gehörte besonders Stefan Zweig, der ebenfalls den Wahnsinn des Krieges geißelte. Mehr zu Stefan Zweig im Zusammenhang mit Schriftstellern im Exil >>>

Der geradezu intime Briefwechsel Rollands ist ein herausragendes Freundschaftsbeispiel über Grenzen hinweg.
Stefan Zweig hat darüberhinaus eine Biografie über Romain Rolland geschrieben.


Es sei darum auch an den Versuch des Mediziners Georg Friedrich Nicolai (1874-1964) erinnert, den Albert Einstein voll unterstützte: "Aufruf an die Europäer" (1914). Voller Hochachtung schrieb er 1914 einen Brief an Rolland. Zu den Gleichgesinnten gehörte auch Hermann Hesse, den Rolland 2015 in Bern besuchte.
Mehr Infos bei: Siegried Grundmann: UTOPIE kreativ, Nr. 179 (September 2005), S. 834-843
 

Mit dem Erscheinen der Antikriegs-Artikelserie 1915 in Paris als Buch wurden diese Texte schnell international bekannt. Es gab jedoch keine Übersetzung ins Deutsche ...

Rollands pazifistisch geprägte Kritik
gegen alle Kriegsparteien machte ihn schließlich
zu einem weltbekannten Engagierten
in der Versöhnungsarbeit  -
gerade auch zwischen Frankreich und Deutschland.


In seiner sozialen Sensibilität stand er der (kommunistischen) Arbeiterbewegung nahe und solidarisierte sich 1935 mit dem inhaftierten Ernst Thälmann.
1916 erhielt Roman Rolland nachträglich den Literaturnobelpreis für 2015. Das Preisgeld stiftete er dem Roten Kreuz.
Es ist phänomenal, wie dieser Literat mit seiner sanften Kraft des Schreibens diese pazifistische Haltung konsequent beibehielt. Im Sinne einer
universalen Friedensreligiosität
sind viele seiner Veröffentlichungen
zu verstehen, in denen er das Leben
bedeutender -  auch interreligiöser -
Brückenbauer  eindrücklich beschrieb. 

Fasziniert von der Spiritualität,
der "Seele Indiens", entstanden Essays
und Biografien großer indischer Denker.
Rolland war nie in Indien, aber es gab
intensive Begegnungen in der Schweiz u.a. mit Mahatma Gandhi,
Rabindranath Tagore und Javaharlal Nehru. Sie haben zur universalen Weite von Rollands Denken maßgeblich beigetragen.
vgl.  Romain Rolland et l'Inde (Bericht in SIELEC -Société Internationale d'Étude
des Littératures de l'Ère Coloniale)




Die Association Romain Rolland verwaltet nicht nur das literarische Erbe des großen Schriftstellers, sondern hebt immer wieder seine Frieden und Versöhnung stiftende Bedeutung für die Gegenwart heraus. 

Weitere Informationen im Musée d'Art et d'Histoire Romain Rolland in Clamecy: hier
--- Anfahrt zum Museum (Karte)

In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts polarisierte sich die politische Entwicklung Europas. Das hing auch damit zusammen, dass die politische Entwicklung (inzwischen)  von nicht wenigen sehr kritisch betrachtet wurde.
Trotz dieser unterschiedlichen Einschätzungen entschlossen sich auf Veranlassung von
Romain Rolland und 
Henri Barbusse Intellektuelle aus verschiedenen Ländern, einen Weltkongress gegen den imperialistischen Krieg einzuberufen, der vom 27.-29. August  1932 in Amsterdam stattfand (vgl. das dort verabschiedete Manifest).
An diesem Kongress nahmen berühmte Persönlichkeiten teil, überwiegend aus der Literatur und Kunst, auf, z.B. Theodore Dreiser (USA), Upton Sinclair (USA), John Dos Passos (USA), George Santanyana (Spanien),  Ramón María del Valle-Inclán (Spanien), 
Maxim Gorki (Sowjetunion), Heinrich Mann (Deutschland), Albert Einstein (Deutschland),
Henri Barbusse (Frankreich) und Frans Masereel (Belgien)
mit
Brief an Georg Reinhart vom 06.06.1932.

Das Gewissen  Europas.  Tagebuch der Kriegsjahre 1914-1918
zuerst erschienen: 
Journal des années de guerre, 1914-1919.
Paris: 
 Albin Michel, 1952


 CC

Vielfältiges Letmathe: Natur & Kultur - Industrie & Religion

Letmathe gehört seit der Gebietsreform 1975  zur Stadt Iserlohn ist aber im Grunde immer sehr eigenständig gewesen, was bis heute spürbar ist.
Ein Ausdruck dieser Haltung ist der Heimatverein Letmathe, der Vergangenheit und Gegenwart dieses Ortes mit viel Engagement zur Sprache und ins Bild bringt. 
Ein besonders schönes und umfassendes Dokument ist die
Historische Bildergalerie Letmathe-Oestrich>>>

St. Kilian mit dem 73m hohen Turm - von Südosten 

St. Kilian - neugotische Hallenkirche vom Anfang des 20. Jh.s 


Turm der Ev. Friedenskirche Letmathe
vgl. Friedenskirche Letmathe, Ev. Kirchengemeinde



Haus Letmathe --- Homepage >>>
Herrenhaus derer von Letmathe, vgl. Haus Letmathe- wikipedia >>> 



Volksgarten Letmathe - Infos des Heimatvereins >>>

Ev. Dorfkirche Oestrich >>>

Reste des ehem. Bergbaus


Bahnhof Letmathe im orientalischen Stil
Stolpersteine, Bahnhofstr. 2
Kuppelspitze der Moschee in Genna

Und immer wieder: Der Kiliansdom als Landmarke - hier von Genna



Entdeckungen in der Umgebung

Dienstag, 4. Mai 2021

Hans Küng (1928-2021): Vom katholischen Theologen zum Welt-Theologen und interreligiösen Brückenbauer


Prof. Hans Küng - IM DIALOG mit Alfred Schier am 23.02.2013 (Phoenix/YouTube)

--- Lebenslauf (Universität Tübingen)
--- PUBLIK-Forum Extra 2021, 36 S.:
     Hans Küng. Ein Theologe für diei Freiheit
--- Hans Küng und die Stiftung Weltethos
--- Übersicht: Die wichtigsten Publikationen von Hans Küng
--- Hans Küng: Sämtliche Werke (Herder-Verlag)

mit ausführlicher Würdigung von Hans Küng

--- Das Gespräch von Hans Küng mit Kofi Annan von 2007
(3sat - Wiederholung, verfügbar bis 11.10.2021) 
Hans Küng in französischer Übersetzung









>>> "Eine Datenbank für die Zukunft"
Prof. Dr. Perry Schmidt-Leukel (Universität Münster)
über den verstorbenen Schweizer Theologen Hans Küng (08.04.2021)
>>> Hans Küng: brillantez y valentía teológica
Hans Küng: Brillanz und theologische Bravourleistung
(Juan Manuel Hurtado López, Mexiko, Amerindia, 17.04.2021)
>>> Hans Küng - Kritik des römischen Katholizismus und Dialog der Religionen

Crítica del catolicismo romano y diálogo entre religiones
(Juan José Tamayo, Prof. em., Universidad Carlos III de Madrid, Amerindia, 09.04.2021)



>>>  Würdigung und weitere Kommentare
(Interreligiöse Arbeitsstelle [INTR°A], 07.04.2021)
>>> Zum Tod von Hans Küng: "Ein reiches und spannendes Leben"
(Burkhard Schäfers, Deutschlandfunk, 07.04.2021)
>>> Peter Hünermann zum Tod von Hans Küng:
Der Blitz in der Weihnachtswoche 
(Frankfurter Rundschau, 07.04.2021)
>>> PLÄDOYER FÜR DEN AUFRECHTEN GANG –
ZUM TOD DES THEOLOGEN HANS KÜNG

(Petra Kappe, Blog der Republik, 07.04.2021)

>>> Von einem Theologen der katholischen Kirche
wurde er zu einem Theologen der Welt
 –
obwohl seine Mission scheiterte (Bernhard Lang, NZZ 06.04.2021)
>>> Mit 93 Jahren - Der Theologe Hans Küng ist gestorben
(FAZ online, 06.04.2021)
>>> Bericht in kath.net (Kath. Presseagentur Österreichs)

>>> Hans und verantwortungsvolles Wirtschaften
        (Eckhard Freyer, April 2021)
>>> Spurensuche - Begegnung mit den Religionen der Welt
- ein Multimedia-Projekt von Hans Küng (1999/2008)
 

Ein persönliches "Goodbye" - God Be With You -
des Freundes Leonard Swidler 
(geb. 1929) 
- eines ebenfalls großen interreligiösen Brückenbauers -  

Friends,
Many all over the world have written about their encounter with one dimension or other of Hans Kung. In fact, many of you have written such.
However, this is not useless repetition. Each has had her/his experience of Hans - and it is good to share. Indeed, as a close friend of mine wrote to me some time ago, and I have since used in my letter closing salutation (as below): 

I don´t think there is repetition when we love each other.

It is true that we use the same words, but each saying

opens a whole new world. Each person is a mystery

to be activated when connected. (Anonym)


In English we have a brief, lovely closing salutation: "Goodbye." Unfortunately, most English speakers don't realize that that is a Folk-Compressed form of: "God Be With Ye!" - like the Spanish: Vaja con Dios! Go with God!
So, I want to share with you what one of his longest-working and closest Mitarbeiter - Kajo [Karl Josef] Kuschel - has written about Hans. His closing words brought solace ad sadness to me and tears to my eyes
What Kajo [= Karl Josef Kuschel] wrote reminded of what I often read about the death of a saint:
Obdormivit in Domino - "He fell asleep in the Lord."
And the thought: "At 92, Hans, I am not far behind."
Len


Leonard Swidler, PhD, S.T.L., LL.D, LL.D

Prof Catholic Thought/Interrel. Dialogue: Religion/Temple U.

dialogue@temple.edu; Bio: astro.temple.edu/~swidler  

Tel. 215-477-1080, 513-508-1935 (Mobile)
Founder: Journal Ecumenical Studies; Dialogue Institute;

Assoc. Rights of Catholic Rights; Books: iPubCloud.com 
Deep-Dialogue/Critical-Thinking Course; Scottish Parliament Lecture 

 

I don´t think there is repetition when we love each other.

It is true that we use the same words, but each saying

opens a whole new world. Each person is a mystery

to be activated when connected. (Anonym)