Donnerstag, 6. Februar 2020

Zwischen Hier und Dort - Grabeskirche Liebfrauen Dortmund



Der Tod ist ein ständiger Begleiter des Menschen. Neben der immer noch verbreiteten Verdrängung des Todes hat sich jedoch in den letzten Jahren eine veränderte Friedhofskultur entwickelt.

Abgesehen von der Problematik
Grabeskirche Liebfrauen
zunehmender anonymer Bestattungen zeigen sich neue, das Bewusstsein vertiefende Formen des Abschiednehmens. Neben den bisher einmaligen Gärten der Bestattung, die von Fritz Roth in Bergisch Gladbach realisiert wurden, nehmen auch die sog. Kolumbarien wieder zu. Sie werden verstärkt in Kirchen eingerichtet, die die Gemeinden teilweise nicht mehr benötigen.  Hier finden
die Hinterbliebenen einen meditativen Ort der Trauer. Die Urnen der Toten werden auf verschiedene Weise aufbewahrt. So kann angesichts des Todes die Hoffnung auf eine umfassendere Wirklichkeit
im Horizont der eigenen religiösen Tradition - und auch individuell gestaltet - zum Ausdruck gebracht werden.

Ein besonders schönes Beispiel ist die Grabeskirche Liebfrauen, eine neugotische Kirche am westlichen Innenstadtrand von Dortmund.
Mitten im Gefühl der Großstadt ist hier nicht nur ein Ort der Trauer, sondern auch der meditativen Besinnung entstanden. Die Urnengräber wirken so, als würden die hier Bestatteten an einem ewigen Gottesdienst teilnehmen. Angehörige und Besuchende können sich in den mit den Gräbern verbunden Bänken dazusetzen.
Und das Besondere ist: Alle hier Liegenden bleiben auch nach dem Ablauf der sog. Ruhezeit in der Kirche, denn die Asche der Verstorbenen kommt dann in den Aschebrunnen.



Das Mittelschiff
mit den Urnenpätzen auf beiden Seiten (Februar 2020)


Altarraum für Trauerfeiern


Kapellen-Altar: Der Tod des Hl. Josef

Belegte und freie Urnenplätze
Der Klang "von Dort"

Der gemeinsame "Aschebrunnen" für die Asche der Verstorbenen
nach der 20jährigen Ruhezeit


Lizenz: CC







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