Montag, 29. Mai 2017

Joyce DiDonato - Musik als Friedensweg

Besucher-Kommentar nach dem Konzert
Angesichts der furchtbaren Terroranschläge im November 2015 in Paris hat die US-amerikanische Mezzosopranistin Joyce DiDonato mit einem Programm "War and Peace" reagiert.  Bereits im Dezember 2015 sang sie im berüchtigten Hochsicherheits-Gefängnis "Sing Sing" in New York und rührte die Gefangenen zu Tränen.

Weil die Musik Möglichkeiten hat, Grenzen zu überwinden, hofft sie auch auf die Heilwirkung barocker Klänge. So lässt sie in diesen Konzerten zusammen mit Il Pomo d'Oro, einem bekannten Schweizer Barockensemble, besonders  Händels starke Frauen zu Worte kommen. 
Bei den Konzerten sind die Besucher aufgefordert, nicht nur zu hören, sondern auch auf die Frage zu reagieren und vor dem Nachhausegehen eine Antwort aufzuschreiben: 
Inmitten des Chaos - wie findest Du Frieden?
Karte zum Nachdenken für die Besucher

Sie betont: "Seit Jahrhunderten haben die Schöpfer großer Kunst die Grausamkeiten ihrer Zeit neben göttlichen Momenten der Harmonie geschildert und uns mutig unsere eigene brutale Natur wie auch unsere hohe Menschlichkeit vor Augen geführt. Die Kunst vereint, überwindet Grenzen, verbindet, was getrennt ist, beseitigt Rangunterschiede, mildert Unruhen, bedroht die Macht und den Status quo und erhebt auf wunderbare Weise den Geist. Kunst ist ein beherzter Weg zum Frieden." (aus der Programmankündigung) 
Der Begleit-Titel des Konzerts "Krieg und Frieden" heißt darum bewusst:
Harmonie durch Musik!


Weitere Informationen: inwarandpeace.com/ 


DIe Themen des Programms

Georg Friedrich Händel (1685-1759): "Scenes of Horror, Scenes of Woe":
Arie der Storgè aus "Jephtha", HWV 70
Leonardo Leo (1701-1744): "Prendi quel ferro, o barbaro!" Arie der Andromaca aus "Andromaca"
Emilio de’ Cavalieri (1550-1602): "Sinfonia Rappresentazione di anima e di corpo"
Henry Purcell (1659-1695): Chaconne g-moll, Z 730
Henry Purcell: "Dido’s Lament". Rezitativ und Arie der Dido aus "Dido and Aeneas", Z 626
Georg Friedrich Händel: "Pensieri, voi mi tormentate". Arie der Agrippina aus "Agrippina", HWV 6
Carlo Gesualdo da Venosa (1566-1613): "Tristis est anima mea"
Georg Friedrich Händel: "Lascia ch’io pianga", Arie der Almirena aus "Rinaldo"

Henry Purcell: "They tell us that you mighty powers". Arie der Orazia aus "The Indian Queen", Z 630
Georg Friedrich Händel: "Crystal streams in murmurs flowing", Arie der Susanna aus "Susanna" HWV 66
Arvo Pärt (geb. 1935): "Da pacem Domine"
Georg Friedrich Händel: "Augelletti, che cantate", Arie der Almirena aus "Rinaldo" HWV 7a
Georg Friedrich Händel: "Da tempeste il legno infranto".
Arie der Cleopatra aus "Giulio Cesare in Egitto" HWV 17



Asghar Ali Engineer: Brückenbauer angesichts religiöser und gesellschaftlicher Konflikte (aktualisiert)

Am 14. Mai 2013 starb der bekannte indische Friedensaktivist Asghar Ali Engineer (geb. 10.03.1939). Der studierte Ingenieur stammte aus einer angesehenen Familie der Dawoodi-Bohra, einer reformfreundlichen schiitischen Gruppierung. Sein Wirken konzentrierte sich auf die gleichwertige Begegnung der Religionen und Weltanschauungen. Darum setzte er sich immer wieder für die Befriedung gesellschaftlicher Spannungen ein. Sein Engagement war vorbildlich gegen ethnische und religiöse Gewalt in Indien und Südasien. Das betrifft besonders die Islam-Hindu-Konflikte, die in Indien unter dem Stichwort Kommunalismus debattiert werden.

Als Wissenschaftler gehörte er zugleich zu denjenigen, die eine islamische Befreiungstheologie unter religionspluralistischen Vorzeichen entwickelten. Diese offene interreligiöse Haltung brachte ihm viel Ärger und auch Drohungen gegen sein Leben ein, erschütterten den Friedensaktivisten jedoch nicht in seinem Engagement. Asghar Ali Engineer hielt weltweit Vorlesungen und war auch mit dem englischen religionsplualistischen Theologen John Hick befreundet. Im Buch über die 500 einflussreichsten Muslime weltweit ist auch Asghar Ali Engineer erwähnt.

Er gründete das
Institute of Islamic Studies (1980) und das
Centre for Study of Society and Secularism
(1993)

in Mumbai (Bombay). Engineer griff zugleich journalistisch und schriftstellerisch in die zunehmenden politischen und religiösen Konflikte ein und mahnte zur friedlichen Auseinandersetzung für das Wohl der gesamten indischen Gesellschaft.

Mit  diesem mutigem Menschen hat wiederum einer der großen interreligiösen Brückenbauer die irdische Wirklichkeit verlassen.
Ashgar Ali Engineer-Memorial Lecture, 14.05.2014

Essays zu Ehren von
Ashgar Ali Engineer (2016):

RAJ, P. Prayer Elmo (ed.):

Religion, Politics and Secularism
in India. 
Essays in Honour of
Ashgar Ali Engineer. 
New Delhi: Authorspress 2016, 322 pp. index


 Berichte:



Sein Sohn Irfan Engineer ist schon seit längerer Zeit in die Fusstapfen seines Vaters getreten und führt dessen interreligiöse und gesellschaftspolitische Arbeit fort.
Vgl. dazu: Coastal Digest (Indien) vom 28.03.2012

Weitere Brückenbauer des interreligiösen Dialogs: hier 

Ein persönlicher Bericht von Pfarrer Dr. Jan Slomp, Niederlande (21.05.2013)
Dear Friends,
Thanks for the news about the death of Asghar Ali Engineer.
I have a vivid memory of Asghar Ali Engineer.
In 1991 (31/8-6/9)  he was one of the speakers during the 18th journées romaines.The subject was Who is Jesus for Christians living with Muslims. Asghar Ali Engineer spoke about Hadrat 'Isa Holy Qur'an and Muslim Thinkers and Writers. As he attended the whole conference we had long discussions with him. I was impressed by his openmindedness and courage.I felt at home with him because we has shared the same Indian/Pakistani culture.We lived in Pakistan from 1964-1977. Two years later we met again for a conference in Vienna organized by the ministry of foreign affairs of Austria with about 25 Muslim and 25 Christian participants from all over the world. The subject was Peace for Humanity. In the report which was edited by Andreas Bsteh, and published by Vikas Publishers in Delhi,  one finds via the index that Mr A.A.Engineer made several long and impressive interventions. During discussions in a private group he told us about tensions in India and how he and his colleagues had worked for peace.Doing so was often a dangerous undertaking. The report was also published in German, Urdu and Arabic.
I feel sad hearing the news about his death. He was born in 1939 and everybody had hoped of course that he would continue to contribute to a more peaceful world for many more years. But he worked so hard, and was so devoted to what he did that I can imagine that he had spent most of his energy for the goals he was dedicated to. to. His books e.g on Muslim Women remain thoughtprovoking. It was a privilege to have known him. My thoughts and prayers join those of his beloved in India and elsewhere. Greetings to you who read these lines.


Dienstag, 23. Mai 2017

Der Liberal-Islamische Bund (LIB): Charta des LIB und Erklärung zur "Homo-Ehe" (aktualisiert)

    
Zum 23.05.2017, dem Geburtstag des Grundgesetzes, verabschiedet der LIB e.V. seine Charta:



Im Namen des barmherzigen

 und gnädigen Gottes

Charta des Liberal-Islamischen Bundes 
(„LIB-Charta“)

Präambel

Im Bewusstsein der Verantwortung vor Gott und der Verpflichtung, Ihm und mithin Seiner Schöpfung durch den Einsatz für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft zu dienen, ergeht diese Erklärung. Der freiheitliche, säkulare Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann. Das heißt, er ist auf die ethische Prägekraft seiner Bevölkerung angewiesen, um eine am Gemeinwohl orientierte Politik verwirklichen zu können. Wir als muslimische Bürgerinnen und Bürger dieses Staates möchten insbesondere aus unserer Glaubens-Überzeugung heraus zur Stützung und Förderung eines solchen Ethos beitragen und tun dies in der Hoffnung, dabei sowohl in die muslimische Gemeinschaft als auch in die Mehrheitsgesellschaft hinein einen Impuls zu setzen.

Wir bekennen uns uneingeschränkt zu den im Grundgesetz und in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR) niedergelegten Werten. Bisherige Menschenrechtserklärungen seitens muslimischer Staaten oder Gruppen zeichnen sich oft dadurch aus, dass entweder die Menschenrechte unter einen „Scharia-Vorbehalt“ gestellt werden oder aber „die Scharia“ unter einen „AEMR-Vorbehalt“, was dem Einsatz für Menschenrechte nicht förderlich ist. Denn hier- durch wird ein vermeintlicher Widerspruch zwischen den Menschenrechten und der Scharia suggeriert, was nach unserem Verständnis der Scharia jedoch nicht der Fall ist: Wir begreifen die Scharia nicht als rechtliches Regelwerk, sondern als (individuellen) ethischen Leitfaden ei- ner jeden Gläubigen und eines jeden Gläubigen. Basierend auf diesem Verständnis ist Sinn und Zweck der Scharia unserer Auffassung zufolge, am Gemeinwohl (maṣlaḥa ʿāmma) orientierte Zustände herzustellen. Dieses Verständnis der Scharia, deren Inhalte immer das Ergebnis menschlicher Interpretationen sind, teilen wir mit zeitgenössischen Reformtheologinnen und Reformtheologen.

Was das Herstellen gemeinwohlorientierter Zustände im Konkreten bedeutet, muss jede Generation für ihren historischen Kontext von Neuem ermitteln: So enthält der Koran nur wenige konkrete juristische Regelungen, die zudem durch den historischen Kontext des 7. Jahrhunderts bedingt sind. Gleichzeitig enthält er überzeitliche Gebote (wie z.B. das der Achtung der Menschenwürde, Koran 17:70). Da diese überzeitlichen Gebote auch für das 7. Jahrhundert gelten, sind zum einen die historisch bedingten Verse im Lichte der überzeitlichen Gebote auszulegen – das heißt: Jede Auslegung, die z.B. dem Gebot der Achtung der Menschenwürde widerspricht, kann nicht stimmen, da der Koran sonst selbst-widersprüchlich wäre (vgl. Koran 4:82). Zum anderen gibt der Koran mit den überzeitlichen Geboten jeder (späteren) Generation Leitlinien an die Hand, um mithilfe der ihr zur Verfügung stehenden Erkenntnisse und Mittel für ihren jeweiligen historischen Kontext zu eruieren, wie sie diese überzeitlichen Gebote in ihrem jeweiligen historischen Kontext am besten zur Verwirklichung bringen kann.

Es gibt Musliminnen und Muslime, die mit Verweis auf „die Scharia“ auch heute die Todesstrafe, Körperstrafen, die Ungleichbehandlung der Frau und vieles mehr rechtfertigen bzw. begründen. Jedoch ist die Scharia stets ein hochflexibles, für historische Gegebenheiten und Menschheitser- fahrungen bzw. Erkenntnisfortschritte offenes, d.h. diese bei der Auslegung berücksichtigendes System gewesen. Die Menschenrechte sind das Ergebnis jahrtausendelanger kollektiver historischer Menschheitserfahrung, die der kritischen Gegenprüfung durch die Vernunft und die Menschheitsgeschichte standhalten. Sie sind daher als Bestandteil der Scharia anzusehen und nicht als etwas „Externes“, das evtl. im Widerspruch zu ihr stehen könnte.

Mit dieser Erklärung soll das politisch-juristische Wertefundament für unser Wirken konzis formuliert werden. Eine detailliertere Ausführung dieser Gedanken bleibt weiteren separaten, ausführlicheren Stellungnahmen vorbehalten.

1. Die Würde des Menschen ist unantastbar
Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren ...

Bitte lesen Sie hier weiter (PDF-Datei)
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Pressemitteilung zur „Homo-Ehe“ , 16.05.2017

Im Zuge der sich intensivierenden politischen und gesellschaftlichen Diskussion zum Thema „Homo-Ehe“ und anlässlich des morgigen Internationalen Tages gegen Homophobie erklärt der Liberal-Islamische Bund, dass er das Recht auf Ehe für Homosexuelle befürwortet und sich entschieden gegen die Diskriminierung von homosexuellen Paaren ausspricht.

Der Liberal-Islamische Bund setzt sich seit seiner Gründung theologisch für eine vollwertige Akzeptanz, Gleichberechtigung und Inklusion von Homosexuellen ein“, so Nushin Atmaca,Vorsitzende des Liberal-Islamischen Bundes. „Grundlage für Partnerschaft ist im Islam die Liebe sowie eine Beziehung auf Augenhöhe, in der sich beide Beteiligten als Subjekte begegnen und ihrer Verantwortung und Pflichten einander gegenüber bewusst sind.

Der Liberal-Islamische Bund unterstützt Paare bei der Eheschließung, die im Islam ein privatrechtlicher Vertragsschluss ist, unabhängig von der sexuellen Orientierung der Partner*innen, sofern die genannten Kriterien erfüllt sind und mindestens eine Person geschlechterunabhängig Muslim ist. Es ist zu wünschen, dass solche Ehen durch den Gesetzgeber auch säkular-rechtlich als Ehen anerkannt werden. Der zentrale Vers im Koran, der sich mit Partnerschaft und deren wesentlichen Sinn und Zweck beschäftigt, lautet: 
Zu Seinen Zeichen gehört, dass Er für euch Partner aus euch selber geschaffen hat, damit ihr bei ihnen Ruhe findet, und Er hat zwischen euch Liebe und Barmherzigkeit bewirkt. Darin sind fürwahr Zeichen für Leute, die nachdenken.“ (30:21).
Grundlage für Partnerschaft ist im Islam also die Liebe sowie eine Beziehung auf Augenhöhe.

Mit seiner Position vertritt der Liberal-Islamische Bund eine unter deutschen Muslim*innen weit verbreitete Meinung: Laut dem Religionsmonitor der Bertelsmann-Stiftung befürworten rund 50 % der deutschen Muslim*innen eine Homo-Ehe, was mit Blick auf die eindeutige Ablehnung durch die traditionelle Theologie ein hoher Wert ist.

Auch politisch lässt sich ein Verbot der Homo-Ehe nicht begründen. Sofern argumentiert wird, dass Sinn und Zweck der Ehe Nachkommenschaft sei, müsste die Ehe auch z.B. für Senioren oder zeugungsunfähige Heterosexuelle verboten werden. Sofern argumentiert wird, dass Kinder mit beiden Geschlechtern als Eltern aufwachsen müssten, müsste auch Alleinerziehung untersagt werden. Schon heute werden Kinder von homosexuellen Paaren großgezogen. Dass hierdurch das Kindeswohl gefährdet würde, ist durch keine Studie belegt. Kinder benötigen v.a. Liebe, Geborgenheit und Fürsorge all dies kann auch von homosexuellen Eltern geleistet werden (bzw. wird bereits geleistet).
Ebenso wenig vermögen juristische Einwände zu überzeugen. Der verfassungsrechtliche Ehebegriff ist schon seit jeher dynamisch ausgelegt worden und nicht statisch im Sinne der damaligen Vorstellungen des Verfassungsgebers.
Aufgrund seines Selbstverständnisses, jedweder Art von Diskriminierung entgegenzutreten, und der Tatsache, dass weder theologische noch politische und juristische Argumente gegen eine Homo-Ehe sprechen, macht sich der Liberal-Islamische Bund dafür stark, die Ehe auch für homosexuelle Paare zu öffnen.

DER VORSTAND

Eine ausführlichere Begründung dieser Gedanken findet sich in der
Rubrik  
"Inhalte und Ziele" Positionspapiere: hier

Mehr über den Liberal-Islamischen Bund: hier

Sonntag, 21. Mai 2017

Die Templerkapelle in Laon (Nordfrankreich)

Templerkapelle, Nordseite
Auf einem Kalkfelsen
100 Meter über der Ebene liegt herausragend Laon, eine karolingische Gründung. In der mittel-alterlich geprägten Stadt hat die 

Kathedrale Notre Dame 
einen faszinierenden Platz. In unmittelbarer Nähe - gewissermaßen mit Sichtkontakt - befindet sich die ehemalige Templer-Commanderie (Kommende) mit einer Kapelle. Diese räumliche Beziehung von Kathedrale und Chapelle des Templiers (12. Jh.) bringt die Verbundenheit und Distanz des Templerordens zur Machtinstitution Kirche sehr schön zum Ausdruck. 
Vielleicht hat auch die Ikone des Heiligen Angesichts Christi in Laon zumindest indirekt mit den Templern zu tun.


Buchcover
Autoren: Caroline et Jean-Pierre Jorrand. Laon 2001
Templerkapellen sind in der Regel nicht groß, allein ihre architektonischen Ähnlichkeiten mit den anderen Templerkapellen Europas signalisieren hinter aller baulichen Bescheidenheit das einst mächtige internationale Netzwerk der Tempelritter im Mittelalter. Nach der Auflösung des Templerordens im Jahre 1312 fiel auch dieser Komplex an die Johanniter
In Laon ist das alte Templer-Areal gut zu erkennen, weil die dazugehörigen ehemaligen Commanderie-Gebäude (jetzt Museum) mit dem idyllischen Garten (dem ehemaligen Friedhof der Templer) ein harmonisches Ensemble bilden.
Mehr zu den Templern
als ungewollte Brückenbauer zwischen Orient und Okzident: hier

mit Vorstellung weiterer Templerkapellen in Frankreich und Deutschland


Altarraum mit zwei Propheten


Das Templerkreuz als Fußbodenintarsie


Blick durch die Vorhalle



Vorbild für die Templerkapelle in Metz





Apsis mit Blick zur Kathedrale
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Vorbild Laon:
Die Templerkapelle in Metz
, um 1250
Bildergalerie (eklablog.com)



Creative Commons

Mittwoch, 10. Mai 2017

Was hat eine Mühle mit Europa zu tun? (aktualisiert)

Der eine oder die andere wird sich noch an den Geschichtsunterricht erinnern: Da war doch etwas mit der “Kanonade von Valmy”? War  nicht auch Goethe dort? Wer heute in die Region zwischen Maas und Marne fährt, wird unwiderbringlich an furchtbare Kriege erinnert – Kreuze für sinnlos aus Machtinteressen Gestorbene. Die genannte Kanonade von Valmy am 20. September 1792 hat aber für Europa noch eine besondere Bedeutung: Es war der Kampf der Republik gegen feudalistische Herrscher. Die preußisch-österreichische Koalition, die den französischen König Ludwig XVI. retten wollte, verlor gegen das schlecht ausgerüstete französische Revolutionsheer. Obwohl Goethe von diesem Kriegszug nicht begeistert war, stand er faktisch auf der falschen Seite. Er begleitete nämlich seinen Weimarer Herzog zur Schlacht. Noch am Abend soll er zu einigen Offizieren gesagt haben: „Von hier und heute geht eine neue Epoche der Weltgeschichte aus, und ihr könnt sagen, ihr seid dabei gewesen.“ Der erst kürzlich in den Adelsstand erhobene Dichter hatte bereits die Vision eines freiheitlichen Europas.

So ist eine schlichte Windmühle zum Drehkreuz der Geschichte gegen den Feudalismus und für die Republik mit den Werten von 
Gleichheit, Freiheit, Brüderlichkeit/Schwesterlichkeit geworden.
Seit März 2014 unterstreicht ein historisches Museum die Bedeutung dieses Ortes.
Hier die Homepage: Valmy 1792

Der pazifistische Schriftsteller Romain Rolland (1866-1944) hat übrigens 1938 ein Jugendbuch über die Schlacht von Valmy geschrieben, um damit die Notwendigkeit eines Friedenserhalts in Europa auf der Basis der Gerechtigkeit zu dokumentieren.
Vgl. dazu Les écrivains communistes pour la jeunesse pendant l'entre-deux-guerres
(Intinéraires no. 4/2011, p. 105-115) .


Nicht weit entfernt von Valmy ging es übrigens schon einmal um Europa, nämlich bei der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern im Jahre 451, als ein römisch-westgotisches Heer die Hunnen zurückschlug. Die Stadt Chalons en Champagne erinnert mit ihrem Namen noch an diese Zeit.


Eugène Delacroix: Die Freiheit führt das Volk (Wikipedia)
Original im Louvre Paris (1830)
Kopie im Louvre Lens:
Die Besucher beginnen hier ihren Gang
bei den frühen Zeugnissen der Geschichte
und kommen schließlich bei der "Freiheit" an.


Freitag, 5. Mai 2017

ÖRK / WCC: Friedensgebete in Ägypten - innerchristliche Annäherungen

Nouvelles du Conseil œcuménique des Églises
28 avril - 4 mai 2017


Historic ecumenical prayer in Egypt for peace and unity

Historic ecumenical prayer in Egypt 

for peace and unity
Zum gesamten Artikel: hier


Historisches ökumenisches Gebet in Ägypten
für Frieden und Einheit

Church leaders, led by Pope Tawadros II and Pope Francis, were gathered to pray for the people of Egypt, for unity, for peace and justice in St. Peter and St. Paul's Church, the chapel next to Saint Mark's Coptic Orthodox Cathedral that was bombed in December 2016, now restored.
WCC sees signing of  agreement between Pope Francis and Coptic Pope Tawadros II as ‘sign of hope’

WCC sees signing of agreement between Pope Francis and Coptic Pope Tawadros II as ‘sign of hope'


Der Ökumenische Rat sieht die Unterzeichnung zwischen Papst Farnziskus und dem koptischen Patriarchen Tawadros II. als "Zeichen der Hoffnung."

Pope Francis and Pope Tawadros II of the Coptic Orthodox Church in Egypt have taken a significant ecumenical step by signing a common declaration that Roman Catholics and Copts may recognize each other’s baptisms. The agreement is, in the eyes of the World Council of Churches (WCC), a “sign of hope”.