Samstag, 16. Juni 2018

Mohammed Herzog - interreligiöser Brückenbauer in Berlin

Mohammed Herzog, der als Hartmut Herzog am 11.09.1944 geboren wurde, war ein Berliner Urgestein. Aus einer pietistischen Familie kommend, arbeitete er für den bekannten Baptistenprediger Billy Graham und für den CVJM. Mit den christlichen Glaubenslehren, besonders mit der Kreuzigung Jesu und der Trinität hatte er jedoch seine Schwierigkeiten.  Durch einen türkischen Bekannten kam er an eine Koranausgabe. Darin las er erleichtert, dass Jesus nicht am Kreuz gestorben ist, sondern ein großer Prophet war. Weitere Erfahrungen brachten ihn dazu, 1979 zum Islam zu konvertieren. Nun hieß er Mohammed. Im selben Jahr gründete er auch die "Islamische Gemeinschaft deutschsprachiger Muslime und Freunde des Islam Berlin e.V. Als Vorbeter und Moscheeführer lernten ihn viele in seiner unnachahmlichen Art kennen. Manche Zusammenhänge durchschaute er zu wenig, wie die Annahme eines Titels "Doctor of Divinity" der Universal Life Church zeigt. 2013 gab Herzog den Vorsitz  der Islamischen Gemeinschaft deutschsprachiger Muslime aus Krankheitsgründen auf.

Überblickt man sein engagiertes Leben als Ganzes, so kann man sagen, dass sein islamischer Glaube stets gegenüber allen Andersdenkenden immer von ausgesprochen herzlicher Toleranz geprägt war. Dialog und freundschaftliche Begegnung mit Menschen anderer Glaubenstraditionen blieb zeitlebens eine Herzensangelegenheit für ihn.
Mohammed Herzog verstarb am 18. Mai 2018 in Berlin.


Vgl.: Bericht in islam.de am 16.06.2018: hier

CC

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