Montag, 20. Mai 2019

Jordi Savall - musikalischer Brückenbauer zwischen Okzident und Orient (aktualisiert)

Jordi Savall, 2007 (Wikipedia)
Der international bekannte katalanische Gambist, Dirigent und Musikforscher Jordi Savall  (geb. 01.08.1941) bringt mit seinen Kulturen übergreifenden Projekten den musikalischen Reichtum von Europa, von Asien (islamisch-indisch) und der "Neuen Welt" Amerika auf unnachahmliche Weise in verschiedenen Projekten zu Gehör
Ausgehend von den intensiven Verbindungen arabischer und iberischer Musik seiner Heimat, setzt er immer wieder aufmerksam machende Akzente. Mit seinem Ensemble für Alte Musik Hespèrion XXI stellt er die durch die "Reconquista" abgerissene Verbindung der drei Musiktraditionen wieder her. Der Name aus de, Altgriechischen verbindet die beiden Regionen: Italien und Iberische Halbinsel. 
Jüdisch-sephardische, muslimische und christliche Klänge bilden eine Polyphonie 
von Grenzen überschreitender Art. 

Hinzu kommen La Capella Reial de Catalunya und Tembembe Ensamble Continuo und Le Concert des Nations.

Savall hat weiterhin eine Stiftung für Alte Musik gegründet, die Fundació CIMA, um den vielfältigen musikalischen Dialog in Geschichte und Gegenwart weiter voranzubringen.
Sicher hat dazu auch seine Freundschaft mit Raimon Panikkar (1918-2010) beigetragen.
Versöhnung durch Musik - Dialog der Seelen - ein Mut machendes Beispiel !
(Vgl. dazu den Bericht in ZEIT online von 19.10.2006). 



La Capella Reial de Catalunya and Hespèrion XXI
während der Aufnahme des Buches: "Llibre Vermell de Montserrat"
Auf der Seite seines 1998 gegründeten Labels "Alia Vox" hat Jordi Savall viele dieser Kultur-Verbindungen auf CD eingespielt 
(auch mit seiner Ehefrau Montserrat Figueras 
(1942-2011):
Übersicht der Produktionen: hier

Für sein Engagement wurde er inzwischen mit vielen nationalen und internationalen Auszeichnungen bedacht und erhielt 

Türkische Zither = Kanun genannt











Beispiele seiner musikalischen Brückenschläge

Cover: Programmheft Dortmund, 19.05.19
Hommage an Syrien: 
Der 2008 von der UNESCO zum „Künstler für den Frieden“ ernannte Jordi Savall präsentiert mit seiner „Hommage an Syrien“ einen Klangdialog zwischen Juden, Christen und Muslimen. 
Musiker aus Savalls Ensemble Hespérion XXI begegnen großartigen Musikern, die aus Syrien fliehen mussten. Mit ihnen und für sie hat er ein neues Ensemble gegründet, das nun ihre musikalische Heimat ist: Orpheus XXI. 

"Im Mittelpunkt des Programms stehen musikalische Ausdrucksformen, die zeitlich und räumlich scheinbar weit entfernt von uns sind - Musik, die oftmals unter den Schichten der modernen Welt begraben liegt, in Vergessenheit geraten ist oder aufgrund ihrer unklaren Herkunft unterbewertet ist ... Die Melodien und Rhythmen entspringen den Improvisationen auf der orientalischen Ney und unseren mittelalterlichen Flöten, den bezaubernden Gesängen eines ebenso geheimnisvollen wie bilderreichen Islam, den sanften Bogenstrichen auf der Rebab und dem beständigen Ton der italienischen Lira da Gamba, den Beats und Rhythmen der Ouds aus Marokko, Istanbul und Israel, den perlenden Tönen, die dem iranischen Santur und dem türkischen Kanun entströmen. All das wird getragen vom stets präsenten lebendigen und magischen Impuls unserer unverzichtbaren altangestammten Perkussionsinstrumente."
Aus dem Programmheft, Konzerthaus Dortmund, 19.05.2019, S. 8f)

Eröfnungskonzert von Hèsperion XXI und Orpheus XXI : Festival de Música Antigua de Poblet (Katalonien)
in: Diari més digital, 11.08.2018



Ein Streifzug durch das Europa der Renaissance
Programmflyer
der Philharmonie Essen



        Dieses Arrangement von Jordi Savall 
          wurde am 14. Juni 2014 während der
          Händel-Festspiele in Halle/Saale uraufgeführt.
          Er war übrigens bereits der
          Händelpreisträger der Stadt Halle 2009.
    
          --- Programm am 14. Juni 2014 ---

Die Grenzen überschreitende Kraft der Musik:
Weitere musikalische Brückenbauer: hier

CC



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