Freitag, 3. Juni 2016

Obiora Ike - interreligiöses Engagement für Menschenrechte und Versöhnung

Obiora Ike und Reinhard Kirste
Universität Frankfurt/M.
18.05.2006
Der nigerianische katholische Priester Obiora Francis Ike (geb. 07.04.1956), von Freunden Obi genannt, ist seit 1998 Generalvikar im Bistum Enugu (Süd-Nigeria).
Von Anfang an hat er sich als Brückenbauer zwischen Afrika und Europa verstanden. Er studierte an der Universität Innsbruck und wurde nach dem Diakonat am 4. Juli 1981 in Hohenems (Vorarlberg) zum Priester geweiht.
1985 wurde er an der Universität Bonn zum Dr. theol et phil. promoviert. Seine Dissertation trägt den Titel:
Value, meaning, and social structure of human work: with reference to Laborem exercens and its relevance for a post-colonial African society.
(Wert, Bedeutung und soziale Struktur der menschlichen Arbeit mit Bezug auf die Sozialenzyklika von Johannes Paul II. "Laborem exercens" (14.09.1981) für eine post-koloniale afrikanische Gesellschaft)

1986 folgte die Habilitation. Ike erhielt auch Gastprofessuren in Tilburg (NL) und Frankfurt/M. 
Die Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen wie praktischen Arbeit liegen in der Sozialethik, der Geschichte, der Afrikanistik und des interreligiösen Dialogs, besonders zwischen Christen und Muslimen. 2002 entging er nur knapp einem Mordanschlag.
Er spricht übrigens fließend Englisch, Französisch und Deutsch - sowie die nigerianischen Sprachen Igbo und Hausa.

Das ungebrochene gesellschaftliche Engagement Obiora Ikes  zeigt sich auch in seinen internationalen Kontakten.
Seit 2005 gehört er dem Club of Rome an und ist dessen Präsident in Nigeria.
Ab dem 23. Juni 2016 wird er 
Direktor der internationalen Internetplattform 
Globethics.net (Hauptbüro in Genf)


Obiora Ikes 60. Geburtstag am 7. April markiert zugleich weitere wichtige Etappen auf seinem Lebensweg: 40 Jahre als Lehrer, 35 Jahre als Priester und 30 Jahre seit der Gründung des Catholic Institute for Development Justice and Peace (CIDJAP). Aus diesem Grund erschien auch ein Buch mit Begegnungsgeschichten, die Freunde und Weggefährten ihm als eine Art "Festschrift der anderen Art" widmeten. Der Titel lautet: Telling Stories
Hier der Beitrag (deutsche Fassung) von Reinhard Kirste

Mehr zum Leben und Werk von Obiora Ike 
Obira Ike hat seit 1987 zahlreiche Ehrungen erhalten:
  • 1987 Titel „Mond, der für alle scheint“ durch den Igboland, Häuptling vom Stamm des Umana Clans
  • 1993 Preis der Internationalen Gesundheitsstiftung, Utrecht
  • 1997 Shalom-Preis des Arbeitskreis für Gerechtigkeit und Frieden der Katholischen Universität Eichstätt
  • 1999 Ernennung zum Monsignore (Prälat) durch Papst Johannes Paul II.
  • 2001 „Paul Harris Fellow“ des Internationalen Rotarierclubs, München/Ludwigshafen
  • 2005 „Bischof-Paul-Etoga-Medaille“ der CV-Afrikahilfe, Köln
  • 2006 Förderpreis der Stiftung „Omnis Religio“, Nachrodt (NRW)

Literatur von Obiora Ike

  • Value, meaning, and social structure of human work. Frankfurt/M.: IKO  1986,
    zugleich Diss. Universität Bonn
  • Afrika in eigener Sache: Weisheit, Kultur und Leben der Igbo. Frankurt/M.: IKO 2003
  • Globalisation & African self-determination: what is our future? Frankfurt/M. IKO 2005
  • Wende dein Gesicht der Sonne zu. München: Pattloch 2007 --- Rezension des Buches: hier
  • Über Obiora Ike: Johannes Hoffmann (Hg.): Wer befreit ist, kann befreien: Verleihung des Schalom-Preises für Gerechtigkeit, Versöhnung und Frieden an Obiora F. Ike aus Nigeria. Frankfurt/M.: IKO 1987
Weitere Infos zu Nigeria

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