Sonntag, 1. Februar 2015

LERNORT: Universitätskolleg des hl. Bernhard, Paris

Die durch Bernhard von Clairvaux (1090-1153) eingeleitete intensive Klosterreform machte den Orden der Zisterzienser zu einer verändernden Triebkraft der mittelalterlichen Kirche im gesamten Europa. So verwundert es auch nicht, dass der Orden 1248 eine eigene Universität in der damaligen Bildungsmetropole Europas gründete, in Paris: das Collège des Bernardins. Dieses Kolleg beeinflusste mehr als 400 Jahre die intellektuelle Entwicklung nicht nur der Stadt und der
1338 entstand ein neue Kirche mit Sakristei und Kollegiatsgebäude, die im Geist Bernhards Einfachheit (simplicitas) und Anbetung Gottes (adoratio) zum Ausdruck brachten. Die Wirren und Veränderungen der Zeit ließen nur Weniges von dieser imposanten und doch ganz schlicht gehaltenen Architektur stehen. Die aufwändige Restaurierung hat nun im Universitätsviertel von Paris ein Juwel entstehen lassen, das zu Bildung und Besinnung gleichermaßen einlädt. Seit September 2008 ist das "Collège des Bernardins" zum ersten Mal in seiner Geschichte öffentlich zugänglich. Konferenzen, philosophische und theologische Weiterbildungskurse, Konzerte, Filme und Kunstausstellungen lassen den alten zisterziensischen Geist in spirituell-heiterem Gewand wieder auferstehen. Wissenserwerb im Sinne von  Annäherung an Weisheit geschieht hier fast wie von selbst.

Mehr zur Wirkungsgeschichte des Zisterzienser-Ordens: hier

Im Jahre 2012 zeigte sich thematisch beeindruckend die Ausstellung von Bruno Perramant in der Sakristei des Kollegs: Les aveugles (die Blinden).
Blindheit spielt auch in Dantes Göttlicher Komödie eine Rolle, auf die Perramant auf einigen seiner Bilder Bezug nimmt.


Bruno Perramant: Die Blinden

Aus der Göttlichen Komödie: Dante im Wald auf dem Weg in die Hölle
Dante geht ins Vorfegefeuer

                                                                                                                        Weitere Lernorte: hier

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