Freitag, 30. November 2018

Chanukka 5779 - Lichterfest des Judentums 2018

Der achtarmige Leuchter vor Beginn der Feiern
In diesem Jahr 2018 liegt Chanukka (Chanukkah), das
achttägige Lichtfest des Judentums, parallel zum christlichen Adventszeit:
Chanukka wird  vom 3. Dezember bis
10. Dezember 2018 gefeiert,
nach dem jüdischen Kalender: Kislev/Teweth 5779.

Der Festrhythmus erinnert an den erfolgreichen Makkabäeraufstand im 2. Jahrhundert v. Chr. gegen
Antiochus IV. Epiphanes, der im Jerusalemer Tempel ein Götterbild aufgestellt hatte (weitere Infos hier).
Zur Reinigung des Tempels fand sich nur noch eine geringe Menge koscheren Öls,
die jedoch acht Tage reichte, ohne dass das Licht ausging.

Einer der Festriten besteht nun darin, mit der Hilfe eines "Dieners" jeden Tag ein neues Licht anzuzünden, bis alle acht Kerzen leuchten. 

Der historische Hintergrund,
die Wiedereinweihung des Jerusalemer Tempels
im Jahre 164 v.Chr. bietet genug Anlass
zur Fröhlichkeit. 
Der Hanukkah / Chanukka-Leuchter
beim Höhepunkt des Festes

(Wikipedi.en)

Darum zeichnet sich Chanukka auch durch ein entsprechendes Brauchtum aus.

Dazu gehört auch das sog. Dreidl-Spiel.
Außerdem wird spezielles Öl-Gebäck in den Familien verspeist.

Es gibt dafür natürlich
Bestellmöglichkeiten über das Internet.





Johann Hinrich Wichern soll durch das Chanukka-Fest zum Aufstellen des Adventskranzes mit den Adventslichtern angeregt worden sein. 
 
Chanukka-Feier am Phoenix-See Dortmund, 2017







Freitag, 16. November 2018

Die universale Kraft der Musik --- Weltmusik (aktualisiert)

Konzertpause im Pierre-Boulez-Saal
der Barenboim-Said Akademie Berlin (Dez. 2017)

Für die Begegnung der (monotheistischen) Religionen bietet nicht nur die Sprache, sondern auch die Musik viele Möglichkeiten. Im Mittelalter entwickelte sich auf der Iberischen Halbinsel eine Bühne der Vemittlung von jüdischen, christlichen und islamischen Elementen, aber auch im übrigen Europa gab es mehr interreligiöse Musikverbindungen, als man normalerweise vermutet.  So gehen inzwischen Musiker und Komponisten immer wieder auf Entdeckungsreise. Mehrere Gruppen haben vor einigen Jahren damit begonnen, solche interreligiösen Schätze aktualisierend ans Licht, besser ans Ohr zu bringen.

Solche Beispiele sind auch:
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Die Welt ist Klang: Joachim-Ernst Behrendt
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Helmut Rilling (2013, Wikipedia)
Helmuth Rilling (geb. 1933): 
Johann Sebastian Bach universal 


Helmuth Rilling:
Über die Zukunft geistlicher Musik ...  
(Planet Inerview, 29.05.2013)

Helmuth Rilling: Ein Leben mit J.S. Bach                                             
 
(Volkers Klassikseiten)
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Jordi Savall, WCRB, Mai 2018)
Jordi Savall (geb. 1941) 


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Renaissance, Barock, Aufklärung

Übersicht
1.  Daniel Barenboim und das West-Eastern-Divan Orchestra
2.  TRIMUM - Chor für Juden, Christen und Muslime
3.  Ensembles - Verbindung mehrer religiöser Traditionen4
5.  Literaturanregungen

1. Daniel Barenboim
und das West-Eastern Divan Orchestra
  
2. TRIMUM mit einem Chor
für Juden, Christen und Muslime


Die berühmte Stuttgarter Bachakademie als federführender Veranstalter hat von 2012 - 2014 dieses Projekt vorangetrieben. Seit 2015 wird es in Eigenregie geführt. Initiator und Promotor ist weiterhin  Bernhard König, der sich nicht nur als ehemaliger Konzertveranstalter, sondern seit längerer Zeit auch als Autor, Komponist und Interaktionskünstler die Musik als interreligiöse Kraft beeindruckend verdeutlicht.
Vgl. bereits: Bernhard König im WDR 5 -Tischgespräch vom 02.10.2013


TRIMUM - Spuren verdichteten interreligiösen Singens
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3. Mehrere religiöse Traditionen Religionen sind Schwerpunkt dieser Ensembles: 
Michael Gassmann (Hg.): Der eine Gott und die Vielfalt der Klänge
--- (Besprechung in: CIG 20/2014)


Bernhard König / Tuba Isik /Cordula Heupts (Hg.): Singen als interreligiöse Begegnung. Musik für Juden, Christen und Muslime. Beiträge zur Komparativen Theologie, Bd. 28. Paderborn: Schöningh 2016, 226 S.
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Rezension: hier
      • Le Grand Livre des Musiques Sacrées du Monde.   
        Auteur / Autor: Gérard Kurkdjian
        Paris: Albin Michel 2016, 432 pp.
        Kurzvorstellung: hier 
      • Connaissance des Religions:
        No. 75-76 (janv-juin 2005), 314 pp.:

        Les pouvoirs de la musique.

        À l'écoute du sacré
      • Martin Petzoldt (Hg. im Auftrag
        des Kirchlichen Komitees Johann Sebastian  Bach 1985):

        Bach als Ausleger der Bibel.
        Theologische und musikwissenschaftliche Studien
        zum Werk Johann Sebastian Bachs.

        Göttingen: V & R 1985, 280 S.,
      • Cyrill Scott: Musik.
        Ihr geheimer Einfluss durch die Jahrhunderte.

        München: Hirthammer 1985, 275 S.

     CC-Lizenz (Creative Commons)

 


Donnerstag, 8. November 2018

Divali - indisches Lichter- und Neujahrsfest -------------------- 07. - 11.11.2018

Der Gott Rama mit seinem Jagdbogen
Inderinnen und Inder aller Glaubens-schattierungen, also besonders Hindus, Sikhs und Jains,  feiern vom
07. - 11. November 2018  das Lichterfest Divali oder Deepavali. Es bedeutet den Sieg des Lichtes über die Finsternis. Dies geschieht zu Ehren der Göttin Lakshmi, der populären Göttin des Wohlstands und des Erfolges. 
Die Themen des Festes beziehen sich auf das berühmte  Epos Ramayana.
Der Gott Rama erlebt durch den Raub seiner Ehefrau viele Abenteuer. Schließlich wird die Rückkehr Sitas und die glückliche Wiedervereinigung erzählt.

Mit diesen Licht-Feiern beginnt ein neuer Zeitabschnitt, in Nord-Indien ist dies gleichzeitig der Beginn des Neuen Jahres. Das Fest dauert in der Regel mehrere Tage.


Lakshmi-Lampe
Die Freude angesichts der aufflammenden Lichter zeigen die Menschen auch dadurch, dass sie sich besondere Divali-Geschenke machen. Auch ist es üblich, Glückwunschkarten zu versenden.

Divali /Deepavali-Grüße 2018 des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK): hier

Wie die Mogul-Herrscher Divali mit "Grandeur" feierten: Video (scroll.in, 22.10.2017)


Donnerstag, 1. November 2018

Farid Esack - Dialog der Geichwertigen in der Spannung von Unterdrückung, Armut und Gerechtigkleit (aktualisiert)


Der islamische Theologe Farid Esack
(geb. 1959 in Wynberg, Südafrika) gehört zu den Promotoren für ein von Apartheid und Rassismus freies Südafrika. Engagiert strebt er die Chancen und den Reichtum einer multikulturellen, demokratischen Gesellschaft an und trägt damit bei - zur Versöhnung sozialer und ethnischer und religiöser Konflikte.
1994-1998 war er Gleichstellungsbeauftragter in der Regierung Mandelas. Inzwischen ist er Professor für Religionswissenschaft an der Universität Johannesburg. Er ist einer der progressivsten Denker und Koranausleger überhaupt. Mit ihm hat sich eine eigenständige befreiungstheologische Lesart des Korans entwickelt. Diese verbindet sich mit einer dialogischen Offenheit für Menschen aller religiösen Traditionen.
Vgl. dazu den Beitrag: Eine befreiungstheologische islamische Hermeneutik - Farid EsackAuch zwei seiner Bücher geben diese Intentionen beeindruckend wieder: 



Bereits 1994 berichtete Esack über seine Befreiungserfahrungen,
auch im sich verändernden Südafrika:
Gesellschaftliche, religiöse und politische Dimensionen des Vorurteils

Bei einer Konferenz in Frankfurt/M. (Oktober 2010) zeigten
Hasan Hanafi und Farid Esack dass Werte und Normen des Islam nur im Sinne verantwortlichen Menschseins vor Gott verstanden werden können.

Auf einer Tagung des Theologischen Forums Christentum-Islam in Stuttgart zum Thema Armut und Gerechtigkeit (6.-8. März 2015) betonte er besonders, dass es nicht nur darum gehe, angesichts körperlicher und seelischer Not von Menschen Barmherzigkeit zu üben, sondern bewusst den Ursachen solcher Ungerechtigkeit und Unterdrückung nachzugehen, und zwar mit dem Ziel, die skandalösen Ursachen  zu beseitigen.

Die Texte Esacks sind durchweg von klarer Stellungnahme gegen Ungerechtigkeit, Unterdrückung und Armut geprägt, aber nicht im Sinne abgrenzender Polemik, sondern mit der Zielrichtung versöhnender Aktualität und Dialogbereitschaft. Es ist wichtig, sich dieser Herausforderungen  nicht nur in einem multikulturellen und multireligiösen Südafrika zu erinnern, sondern die jeweils eigene gesellschaftliche Situation unter diesen Gesichtspunkten zu befragen.
Deshalb gilt auch: 
Farid Esack - liberaler islamischer Theologe, engagiert für Menschenrechte  - mehr als nur ein "Israelkritiker" (Qantara.de, 01.03.2017)