Donnerstag, 23. November 2017

West-östlicher Divan Iserlohn: Quellen des Friedens - Baustelle Kulturbrücke 141


Orient und Okzident sind nicht mehr zu trennen …
Johann Wolfgang von Goethe 

EINLADUNG zum WEST-ÖSTLICHEN DIVAN 

Baustelle Kulturbrücke Nr. 141
Donnerstag, 30. November 2017
Achtung: Beginn vorverlegt !
bereits um 16.30 Uhr

Ev. Erlöserkirche Iserlohn-Wermingsen

Im Wiesengrund, Ecke Westfalenstr.   



QUELLEN DES FRIEDENS


Angesichts unserer konfliktreichen Gegenwart ist der Wunsch nach Frieden nur allzu verständlich. Allerdings können wir uns in Mitteleuropa kaum beklagen.
Aber der Friedenswunsch braucht zur Realisierung Quellen des Friedens. Dabei sei erinnert, dass es offensichtlich keinen äußeren Frieden geben kann, wenn wir nicht in unserem Inneren Ruhe haben.
Wie aber können wir solche Ausgeglichenheit  finden, damit diese Haltung auch nach außen wirken kann? Martin Luther hat dazu eine konkrete bildhafte Anleitung gegeben:
Du kannst nicht verhindern, 
dass ein Vogelschwarm 
über deinen Kopf hinwegfliegt. 
Aber du kannst verhindern, 
dass er in deinen Haaren nistet.
Dass dies in der Praxis kein leichter Weg ist, wissen wir alle. So können uns orientierende Texte, meditative Besinnung und das gemeinsame Gespräch vielleicht weiterführen.
Mit adventlichen Grüßen laden wir herzlich dazu ein:

    Schahla Katebini - Renu Varandani -  
Friedrich Petrasch - Reinhard Kirste

Montag, 6. November 2017

Die Templer und die Spekulationen um ihren Schatz ------- die Burg von Gisors (aktualisiert)

Burg von Gisors: Motte und Donjon

Die zwischen dem 12. und 13. Jahrhundert während der Kreuzzugszeit erbaute Burg von Gisors in der Normandie (Basse Normandie) ist auch als Ruine ein beeindruckendes Bauwerk. Immerhin umschließt die untere Burg eine Wallanlage von 800 Metern Länge. Das befestigte Gelände erstreckt sich über drei Hektar. Im oberen Teil wurde wahrscheinlich schon Ende des 11. Jahrhunderts ein Hügel aufgeschüttet (eine Motte), auf der der ungewöhnliche oktogonale Bergfried (Donjon) steht.

Sarkophag von Richard I. Löwenherz
in der Kathedrale von Rouen
Das geschah zur Regierungszeit der Normannenkönige unter Wilhelm II, dem Roten (geb. 1056, Regent
von 
1087-1100 = Sohn von Wilhelm dem Eroberer) 
und vielleicht auch unter Richard I. Löwenherz (1157-1199). Der König kämpfte 1198 bei Gisors um die Vormacht in der Normandie.
Vgl. den Katalogband zur
Ausstellung im Historischen Museum Speyer (bis 15.04.2018):
Alexander Schubert (Hg.):  Richard Löwenherz. König - Ritter - Gefangener.
Regensburg: Schnell+Steiner 2017, 416 S., Abb.

Mit Gisors ist auch der 
berühmte Erzbischof von Canterbury Thomas Becket 
(1118-1170) verbunden. Er lebte von 1164-117im Exil unter dem Schutz des französischen Königs Ludwig VII. (1120-1180). 
Becket hatte
 sich mit dem englischen König Heinrich II. (1133-1189) überworfen. 1170 schien eine Aussöhnung möglich; aber nach seiner Rückkehr wurde Becket in der Kathedrale von Canterbury ermordet. Sehr bald verehrte man ihn als Heiligen. Die hohe Wertschätzung des Erzbischofs in der Normandie kommt auch durch die 1184 von Heinrich II. eingebaute Becket-Kapelle im Donjon von Gisors zum Ausdruck. Sie war Zeichen seiner Reue und Buße wegen der Ermordung Beckets.
Um die Burg ranken sich Spekulationen im Zusammenhang mit dem Templerorden, der bereits im 12. Jahrhundert längere Zeit für die Bewachung der Region Vexin zuständig war. Die Templer nahmen damit faktisch bei allen in Gisors  stattfindenden politischen Verhandlungen zwischen Frankreich und England im Streitfall Normandie teil.

Der Templerorden realisierte im Sinne des spirituellen und militärischen Kampfes den Kreuzzugsgedanken  der Befreiung christlicher Stätten von den Muslimen. Als intensiver und streitbarer Befürworter trat Bernhard von Clairvaux (1090-1153) auf, der die Tempelritter ausgesprochen schätzte.
So verfasste er zusammen mit dem Gründungsmitglied und Ordens-Großmeister Hugues de Payens (um 1070-1136) die Regel des Templerordens.


Wie eine Kriminalgeschichte liest sich die Zerschlagung des Templerordens (Die ZEIT, 23.03.2012) durch Philipp IV., den "Schönen" (1268-1314). Er besiegelte mit der Hilfe von Papst Clemens V. (1305-1314) das Ende dieses extrem reichen und einflussreichen europäischen Ritterordens, und zwar auf dem
Konzil von Vienne im Jahre 1312. 
Burg Gisors: Turm der Gefangenen
Tour des Prisonniers


Im Turm der Gefangenen (Tour des Prisonniers) auf der Burg von Gisors wurden zeitweise einige Templermitglieder und wahrscheinlich auch der letzte Großmeister des Ordens, Jakob de Molay, festgehalten, ehe man sie in Paris hinrichtete.

Ein Zeitsprung:
Im Jahre 1946 behauptete der ehemalige Burgwächter von Gisors, bei seinen (heimlichen) Grabungen innerhalb der Motte eine Kapelle entdeckt zu haben, die auf die Templer hindeutete. Durch das Buch des Journalisten Gérard de Sède: "Les Templiers sont parmi nous" (1962) führte dies zu großem und problematischem Amateur-Grabungseifer, die der damalige Kultusminster André Malraux in offizielle Bahnen zu lenken versuchte. Es bestand jedoch insgesamt die Gefahr, dass der Bergfried einzustürzen drohte. So wurden schließlich die Grabungen komplett verboten, aber die Spekulationen blühen weiter  ...

CC