Donnerstag, 28. August 2014

Gedenkorte und Zeugen jüdischen Lebens in Iserlohn (aktualisiert)

Mahnmahl (Siegfried Neuenhausen,1989)
Das Hakenkreuz ist zerbrochen!



Carl-Heinz ("Charly") Kipper (geb. 1926) war der letzte jüdische Zeitzeuge Iserlohns. Er starb am 23.01.2014. Glücklicherweise entstand zuvor nicht nur ein Interview mit ihm, sondern auch in Zusammenarbeit mit Iserlohner Gesamtschülern ein 20minütiger Film:
13 Jahre in Angst. 
Er ist besonders für Kinder und Jugendliche geeignet.
Das gilt auch für die orientierende Broschüre über die Gedenkorte für die Opfer des Nationalsozialismus:

Mathias und der Mensch aus Bronze (Jugendamt der Stadt Iserlohn 2012, 3. Aufl. 32 S., Abb., Karte)



Im Film 13 Jahre Angst erzählt Carl-Heinz Kipper selbst seine dramatische Lebensgeschichte von der anfänglichen Beliebtheit bis zur völligen Ausgrenzung. Dank einer katholischen Frau wurde er vor dem Schlimmsten bewahrt. Im Blick auf die jugendliche Zielgruppe ist die Präsentation durch animierte Zeichnungen und Originaldokumente bereichert.


Durch diese beeindruckende Lebensgeschichte wird zugleich die Zeitepoche nationalsozialistscher Gewaltherrschaft Iserlohns vergegenwärtigt. 
Denn auch hier wurden in der sog. Kristallnacht 1938 die Synagoge niedergebrannt und jüdische Geschäfte geplündert. 
Erinnerung an die Synagogenzerstörung in Iserlohn am 9./10. Nov. 1938
(Der Westen, 07.11.2008) 


Gedenktafel Mendener Straße
Hier tat sich ein weiteres dunkles Geschichtskapitel auf, das erst 1945 mit der Befreiung
durch die Allierten endete.

--- Weitere Informationen: hier

--- Die antisemitische Wochenzeitung
„Der Stürmer“
. Meldungen 1934-1939 aus dem Bereich des heutigen Märkischen Kreises (Friedrich Petrasch)



Auszug zum Download aus:

Quellen zur Geschichte der Juden
im Raum Iserlohn,
1989, S. 1-7 



Der Text auf der Synagogengedenktafel:
Hier gegenüber stand die Synagoge der jüdischen Gemeinde Iserlohn. Sie wurde in der Nacht
vom 9. auf den 10. November 1938 von den Nationalsozialisten in Brand gesetzt und zerstört.
Zum Andenken an unsere jüdischen Bürgerinnen
und Bürger, die in den Jahren 1933 - 1945
gedemütigt, entrechtet, vertrieben und ermordert wurden.

"Ihr alle, die Ihr vorübergeht, kommt seht,
ob ein Schmerz sei wie mein Schmerz,
den man mir angetan hat.
(Klagelieder 1,12) 

 





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