Dienstag, 1. April 2025

Nachrichten und Bilder gegen das Vergessen


For all that has been - thanks.
For all that shall be - yes
Dag Hammarskjöld
(1905-1961),
1. UNO-Generalsekretär

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Interreligiöser Garten (Foto: Interreligiöse Bibliothek - IRB)


Vier monotheistische Religionen: Judentum, Islam, Baha'i, Christentum
Holzscheiben-Friedensbuch (Karin Kirste)
    
Weitere Informationen:  >>>  herunterscrollen/scroll down

Montag, 31. März 2025

Focus Syrien - Krieg seit 2011 und Sturz Assads 2024 sowie Hintergrundinformationen (aktualisiert)

Ethnisch-religiöse Situation in Syrien
Quelle: Syria Ethno-religious composition by Institute for the Study of War - 
aus: http://commons.wikimedia.org


Syrien nach dem Sturz von Bashar al-Assad (7./8.12.2024)

"Nach dem plötzlichen Sturz des Assad Regimes in der Nacht zum 8. Dezember 2024 blickt die Welt nach Syrien. Ulrike Freitag spricht anlässlich dessen im Deutschlandfunk über die Geschichte Syriens vor dem Assad Regime. Außerdem ist sie im WDR Interview zur jetzigen politischen Situation, sowie im BR Podcast zu hören, rund um die Frage, wie es in Syrien nun weitergeht - und wie Deutschland und andere Länder die Entwicklung positiv beeinflussen können. Unsere Kollegin Noura Chalati teilt ihre Expertise zu Assads Geheimdiensten und ihren Verbindungen zu den Nationalsozialisten und der Staatssicherheit der DDR in zahlreichen Interviews mit Deutsche Welle, Neue Züricher Zeitung, Blick.ch und Die Presse."
(ZMO, Leibniz-Zentrum Moderner Orient,  News, 02.01.2024)

Der Arabische Frühling (Doku bpb) hatte durch die Gewaltherrschaft Assads in Syrien kaum Chancen. Der 2011 ausgebrochene und faktisch nie beendete Krieg sowie seine brutalen Folgen gehörten bis zum Sturz Assads immer noch zum Alltag. Unermessliches Leid war die Folge, so dass nun neue Hoffnungen aufkeimen. 

Der Krieg in Syrien - Verdrängt und doch präsent

Der Syrien-Konflikt ist bis auf weiteres nicht lösbar. Europa sollte anfangen, ihn besser zu managen. Eine Neuordnung der humanitären Hilfe, mehr Engagement im Nordosten und ein koordiniertes Vorgehen im Nordwesten würden die Not lindern, Extremismus entgegenwirken und Perspektiven schaffen, schreibt Kristin Helberg (Qantara.de, 05.10.2022).
Thema Syrien (DW 18.06.2022)
Syrien - Gegen das Vergessen
Ausstellung: Rautenstrauch-Joest-Museum Köln - bis 22.09.2022

"Hunderttausende Syrer haben bei der Niederschlagung des friedlichen Aufstands von 2011 ihr Leben verloren, ca. 13 Mio. wurden zu Flüchtlingen. Heute ist Syrien wirtschaftlich am Boden. Der UN-Friedensprozess in Genf stockt, weil es keine internationale Dynamik für einen Friedensschluss gibt." (bpb Syrien, 18.06.2020, Autor: Carsten Wieland)
Kloster Mar Moussa (wikimedia)

Pater Dall'Oglio und das Kloster Mar Moussa - christlich-islamischer Dialog
in der syrischen Einöde (aktualisiert, 23.06.2022)

Die Region ist weiterhin von großer Not gezeichnet.  In Jordanien, im Libanon 
und der Türkei leben immer noch
Hunderttausende in Flüchtlingslagern.

Maronitische St. Elias-Kirche in Aleppo (2007 !) - aus Wikipedia




Hintergrund-Informationen 

ALEPPO 

Palmyra, Aleppo, Damaskus, Kloster Mar Moussa  
Palmyra: Diokletians-Palast und arabische Zitadelle (Wikipedia)


Der gewaltlose Widerstand der Frauen

--- Voices of Syrian women in civil resistance  (Nada Alwadi in Open Democracy vom 27.09.2013)


Flüchtlinge im Nahen Osten (2017) 

  • Libanon: 450.000 Flüchtlinge aus Palästina und dem Irak, 2 Millionen registrierte Flüchtlinge aus Syrien seit 2011  - Einwohnerzahl: 4,5 Millionen
  • Jordanien:  ca. 1 Million Füchtlinge - Einwohnerzahl: 9 Millionen
  • Türkei: ca. 2,7 Millionen Flüchtlinge - Einwohnerzahl: 80 Millionen
Religiöse und ethnische Minderheiten sind am meisten betroffen und sind in diesem Krieg zum Teil völlig zerrieben worden.

Informationen 2011 - 2017
--- Die gefährdete Zukunft der Armenier
     in Syrien und in der Levante
(NZZ 14.04.2014)

--- Berichte mit einer Chronologie des Bürgerkriegs in Syrien
                                   (fr-online vom 28.08.2013 mit Bildergalerie)

--- Das Drama um Maaula und das Thekla-Kloster (La Vie, 11.03.2014)

--- Die dunkle Seite der Assad-Beraterin Bouthaina Shaaban
     (The Star, Toronto, 31.01.14)

--- Aufruf von Papst Franziskus zu einem Gebetstag für Syrien (07.09.13)

Donnerstag, 20. März 2025

Noruz / Now-Ruz / Naw-Rúz - 20. März - Frühlingsfest im iranischen Kulturraum und Neujahr in der Baha'i-Religion (aktualisiert)

Der Kampf zwischen Stier (Symbol für die Erde) und Löwe (Symbol für die Sonne)
als Sinnbild des zoroastrischen
Noruz (aus Persepolis
, Iran)
(Wikipedia - Nouruz)


Das Naw-Rúz-Fest (auch Noruz, Nouruz oder Nowruz) hat religionsgeschichtlich
seine Wurzeln in den altiranischen Religionen, besonders im Zoroastrismus. Es ist damit über 2500 Jahre alt. Jahreszählung in der Zarathustra-Religion und im Islam







Noruz (persisch / farsi: نوروز ) wird als "Persisches Neujahrsfest"
im gesamten iranischen Kulturraum
begangen. Es ist zugleich eine feierliche Begrüßung des Frühlings.
 Auch in den kurdischen Siedlungsgebieten spielt es eine große Rolle.
 Insgesamt wird Noruz in Zentralasien, im Kaukasus, auf dem Balkan,
in der Schwarzmeer-Region und im Nahen Osten gefeiert -
und natürlich von Iranern überall auf der Welt.

Mehr zum Noruz-Fest und weiteren persischen Riten bei Nirupars: hier


Symbol der Baha'i-Religion

Bei den Baha'i-Gläubigen wird nach einer 19tägigen Fastenzeit  der 
Neujahrstag Naw-Rúz
(no Rúz = neuer Tag ) immer am 20. oder 21. März als feststehender Termin gefeiert.
Mehr zum Baha'i-Kalender: hier

 





Ein besonders schöner mittelöstlicher Brauch
ist die spezielle Speise für Noruz,

genannt Haft-Sin oder die Sieben S:
Haft-Sin-Tisch (engl. Wikipedia)
Es handelt sich um ein spezielles Arrangement
mit 7 Speisen.
Sie beginnen alle mit dem Buchstaben s (sin = س ) nach dem persischen Alphabet .


Ein Haft-Sin-Tisch enthält folgende Zutaten,
die folgende Elemente symbolisieren:
  1. Der Spiegel der Himmel
  2. Der Apfel =  die Erde
  3. Die Kerzen = das Feuer
  4. Das Rosenwasser (Golab) =
    das Wasser
  5. Weizen oder Gerste (Sabzeh) = Pflanzen
  6. Der Goldfisch steht für die Tiere
  7. Die bemalten Eier
    zeigen den Menschen
    und die Fruchtbarkeit der Erde an.

Noruz-Fest.Symbolik im interreligiösen Kontext
Da es sich bei Noruz um ein altes Frühlingsfest handelt, mischen sich hier religiöse und volkskundliche Bezüge aus dem mittelöstlichen Raum.
Im dialogischen Kontext ist zu beachten, dass die Schia der Baha'i-Religion z.T. sehr kritisch gegenübersteht und im derzeitigen Iran die Baha'i-Gläubigen Verfolgungen ausgesetzt sind.
Da auch im Westen gern an den Beginn des Frühlings erinnert wird, bietet sich eine Kulturen verbindende Vermittlung mit den iranischen Traditionen und der Baha'i-Religion an.






Lizenz: Creative Commons


Montag, 17. März 2025

Annemarie Schimmel - zum 10. Todestag (aktualisiert)

Grabplatte Annemarie Schimmel
Sie gehört zu den ganz großen Orientforschern und interreligiösen Brückenbauern des 20. Jahrhunderts:
Annemarie Schimmel,
geb. 7. April 1922 in Erfurt,
gestorben 26. Januar 2003 in Bonn.

Ihr Leben war von wissenschaftlicher Forschung und persönlichem Engagement geprägt. Sie wollte Orient und Okzident wieder dichter aneinander rücken. Die islamische Mystik und Poesie vom Mittelmeer bis nach Indien standen dabei im Zentrum ihrer Arbeit.

Ihre Rede anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 1995 war ein Plädoyer, die gemeinsamen Werte der Religionen bekannter zu machen.

Ihr weltweit geschätztes Werk - so die internationale einhellige Meinung - ist von Sachlichkeit, Scharfsinnigkeit und Empathie gleichermaßen geprägt.
Qantara.de hat darum einen kleinen Essay des Orientalisten Stephan Wild veröffentlicht: hier

Mehr über Annemarie Schimmel auch bei: Brückenbauer des interreligiösen Dialogs

Weitere Brückenbauer: hier


Weltschöpfung, Ausschnitt (Karin Kirste)
"Wenn ein Mensch die Schönheit der Schöpfung entdeckt,
kann er, 
und sei es nur im Ansatz, ergriffen werden.
Ist Kontemplation nicht der Seelenzustand
tiefer Ergriffenheit
vom Staunen einer Liebe,
von der unermesslichen Schönheit
des lebendigen Gottes?"

Frère Roger : In allem ein innerer Friede. Ein            Jahresbegleitbuch. Freiburg u.a. Herder 2003, S. 77

Frère Roger meditiert hier einen Gedanken, der auch im Islam eine besondere Bedeutung hatDies kommt auch in diesen Büchern deutlich zur Sprache: