Samstag, 18. Mai 2019

Eine neue Open-Access-Zeitschrift: Journal of Ethics in Antiquity and Christianity“ (JEAC)





Pressemitteilung  - 16.05.2019




Mainzer Theologen gründen 

internationale Open-Access-Zeitschrift
 zu antiker und christlicher Ethik

Petra Giegerich Kommunikation und Presse
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
    Zeitschrift soll zum Dialog zwischen ethischen Traditionen der Antike
    und aktuellen ethischen Diskursen beitragen
    Das Forschungszentrum „Ethik in Antike und Christentum“ der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) hat die internationale Open-Access-Zeitschrift „Journal of Ethics in Antiquity and Christianity“ (JEAC) gegründet – als Plattform für fachwissenschaftliche Forschung zu antiker Ethik und zu den antiken und biblischen Ursprüngen christlicher Ethik. Die Zeitschrift mit deutsch- und englischsprachigen Beiträgen soll darüber hinaus einen Dialog zwischen altphilologischer, biblischer, patristischer und judaistischer Forschung einerseits und philosophischen und theologischen Ansätzen andererseits ermöglichen, lädt also zur Interaktion zwischen den ethischen Traditionen der Antike – einschließlich der Ursprünge der christlichen Ethik – und aktuellen ethischen Diskursen ein. Die Publikation wird vom Forschungszentrum "Ethik in Antike und Christentum“ der JGU herausgegeben und redaktionell betreut.

    Die soeben erschienene erste Ausgabe ist der Reflexion der Unternehmung selbst gewidmet. Hierzu finden sich Beiträge von Jan Assmann, William Schweiker, John J. Collins, Adela Yarbro Collins sowie Robert Brawley, Wolfram Kinzig und Christoph Jedan. Die zweite Ausgabe wird die Frage nach der Bedeutung von Emotionen für die Ethik in den Blick nehmen. Auch thematisch offene Ausgaben sind geplant, für die Beitragsangebote über die Homepage eingereicht werden können. Neben klassischen Artikeln mit Peer-Review-Verfahren bietet das Journal auch Dialog- und Miszellenformate sowie einen Rezensionsteil und zielt so auf eine offene Vernetzung der vielstimmigen ethischen Diskurse in Antike und Gegenwart.


    Weiterführende Links:
    https://jeac.de/ – Journal of Ethics in Antiquity and Christianity
    http://www.ethikmainz.de/

    – Forschungszentrum
    “Ethik in Antike und Christentum” (e/ac) der JGU
    https://theologie.uni-mainz.de/ – Theologie an der JGU

    Wissenschaftliche Ansprechpartner:
    Dr. Raphaela Meyer zu Hörste-Bührer
    Evangelisch-Theologische Fakultät
    Johannes Gutenberg-Universität Mainz
    55099 Mainz
    E-Mail: rmeyerzu@uni-mainz.de
    https://www.ev.theologie.uni-mainz.de/

    Prof. Dr. Ruben Zimmermann
    Evangelisch-Theologische Fakultät
    Johannes Gutenberg-Universität Mainz
    55099 Mainz
    Tel. +49 6131 39-22653
    Fax +49 6131 39-20870
    E-Mail: ruben.zimmermann@uni-mainz.de
    https://www.ev.theologie.uni-mainz.de/

    Originalpublikation:
    https://jeac.de/ – Journal of Ethics in Antiquity and Christianity

    Weitere Informationen:
    http://www.ethikmainz.de/
     – Forschungszentrum „Ethik in Antike und Christentum” (e/ac) der JGU
    https://theologie.uni-mainz.de/ – Theologie an der JGU

    Das buddhistische Vesakh-Fest - Mai 2019

    Vesakh ist ein buddhistisches Fest von überragender Bedeutung. Es symbolisiert  drei wesentliche Stadien auf dem “Heilsweg” des Buddha-Seins. Dies verdeutlichen:
    • Die Geburt des historischen Buddha
      (Siddharta Gautama oder Buddha Shakyamuni)
    • Buddhas “Erwachen” unter dem Bodhi-Baum
    • Buddhas “Verlöschen”, d.h. sein Eingehen ins Nirvana.
    Das Fest ist von großer Heiterkeit geprägt und wird mit viel Licht, Fahnen und Geschenken, Spenden für wohltätige Einrichtungen u.ä. gefeiert.
    Vesakh im Mai/Juni: Die buddhistischen Hauptrichtungen haben unterschiedliche Termine. Hinzu kommt, dass in den einzelnen Ländern ebenfalls unterschiedliche Tage festgelegt wurden. Das Fest in deutschsprachigen Ländern wird 2018 etwa ab Mitte Mai oder später gefeiert. Mehrere Gruppierungen im Mahayana-Buddhismus und Theravada-Buddhismus (Visakha Puja) haben abweichende Termine. Im tibetischen Buddhismus heißt das Vesakh-Fest Saka Dawa.

    Donnerstag, 9. Mai 2019

    Liebe zum Orient - die Moschee im Schwetzinger Schlossgarten (aktualisiert)

    "Gebaute Ringparabel"
    Die kurfürstliche Sommerresidenz - Schloss und Schlossgarten in Schwetzingen - faszinieren allein schon deshalb, weil hier der heitere Geist der Aufklärung geradezu sinnenhaft erfahren werden kann. Carl Theodor (1724-1799), Kurfürst der Pfalz, Herzog von Jülich-Berg und seit Ende 1777 auch Kurfürst von Bayern,  war ein engagierter Förderer von Kunst und Wissenschaft und gründete u.a. die Mannheimer Akademie der Wissenschaften. Der Charme des Rokokotheaters, erbaut von Nicolas de Pigagebringt diese Toleranz durch "Kulturfestivals"  besonders zum Ausdruck. Übrigens - der von Goethe hochgeschätzte  Wolfgang Amadeus Mozart besuchte dreimal die Sommerresidenz. Auch Voltaire erfreute sich 1753 und 1758 an der Gastfreundschaft des Kurfürsten. Der Dichter konnte sogar durch dessen Großzügigkeit im Schlosstheater einige seiner Stücke aufführen lassen. 
    Bildnis aus "Théatre de Voltaire"
    (London 1782)
    Dass man vom Osten lernen kann, haben die politischen Herrscher des 18. Jahrhunderts in vielfacher Weise zum Ausdruck gebracht. 
    Ein besonders liebevoll arrangiertes Beispiel ist die Moschee im großen Schlosspark von Schwetzingen. Sie wurde zwischen 1777 und 1795 - ebenfalls von de Pigage - gebaut. Man hat sie jedoch nie als Moschee genutzt. Mit dem sie umgebenden türkischen Garten stellt sie ein Stück islamisch geprägter Kultur mitten in Deutschland dar. Sie ist zugleich eine Oase der Ruhe, Besinnung und Weisheit, wie die vielen Verse an den Wänden des Vorhofs und in der Moschee selbst zeigen. Sie sind in arabisch und deutsch fein in den Putz hineingeschrieben.
    Aufgeklärte und Bildung liebende Herrscher wie Kurfürst Carl Theodor waren ganz offensichtlich der Meinung, dass der Islam zu Deutschland gehört ...

    Vgl. Aspekte zum Islam in Europa
    Buchempfehlungen:
    Europa im Orient - der Orient in Europa



    Schattenspiele
    Der Moscheehof


    Mihrab- Nische nach Mekka


    Hauptkuppel der Moschee

    ... Gute Handlungen bleiben ewig

    Seitenkuppel der Moschee

    Wie bei den indischen Mogulkaisern: Moscheehof-Galerie

    Chinesisch anmutend: Blick in den türkischen Garten

    Aus dem originalen Plan des Schlossgartens

    CC-Creative Commons

    Montag, 6. Mai 2019

    Daniel Barenboim und das West-Eastern Divan Orchestra (aktualisiert)

    Während einer Orchesterprobe in Sevilla, 2005
    (Wikipedia)

     
    Daniel Barenboim (geb. 1942) ist nicht nur ein berühmter Dirigent und Leiter der Staatsoper Berlin, sondern auch ein Brückenbauer der besonderen Art:
    Als Musiker, Israeli und Jude hat er Grenzen der Ablehnung überschritten, um Signale des Friedens in den zerstrittenen Nahen Osten zu senden.  


    Eine tiefe Freundschaft verband ihn mit dem ebenfalls
    weltbekannten Literatur- und Kulturwissenschaftler,
    Palästinenser und Muslim Edward Said (1935-2003).
    Cambridge University Press
    (UK & USA) 2000

    Dieser hatte 1978 in seinem grundlegenden Werk
    Orientalism westliche Deutungen des Orients
    problematisiert:
    "Der Orient, erschaffen durch den Okzident".
    Aber es gibt neue Zugangsweisen:
    Edward Said hat nämlich in einem Vortrag in London (2003) auf den symbolisch reichen Status von Palästina und Israel hingewiesen, ohne den eine solche Musik-Idee nicht hätte konkretisiert werden können; "... denn gerade weil die komplexe Frage selbst, deren Kernpunkt aus meiner Sicht das Ringen um die Menschenrechte der Palästinenser in einem durch die drei großen monotheistischen Religionen geheiligten Land ist, so viele fruchtbare Möglichkeiten bietet, ... haben wir handeln können."
    (aus: Begleitheft zur DVD, S. 21 - s. Foto  unten, vgl. weitere Literatur zu Edward Said bei Perlentaucher 
    und  seinen Essayband "Culture and Imperialism". New York: Vintage 1994). 
    Gemeinsam haben der Israeli und der Palästinenser alte Denk- und Vorurteilsmuster aufgebrochen. So entstand eine sich verwirklichende Vision, die in ihrer Güte-Kraft bisher einmalig ist, nämlich das West-Eastern Divan Orchestra.
    Nicht ganz zufällig geschah dies in Weimar während des Kulturhauptstadtjahres 1999 und in der Erinnerung an: Johann Wolfgang von Goethe Sein West-östlicher Divan ist eines der beeindruckendsten Zeichen der Welt-Literatur, um zu verdeutlichen, welcher Reichtum aus der Begegnung mit dem Orient fließen kann.  Ein naheliegender Brückenschlag erfolgte mit dem Blick auf das mittelalterliche (islamische) Andalusien, so dass sich Weimar und Sevilla hier geistig zusammenfanden.
    (vgl. den Bericht in arte vom 20.08.2005)


    Goethe-Hafis-Denkmal
    in Weimar
    Die Vision des West-östlichen Divan-Orchesters realisierte sich trotz vieler Widerstände mehr und mehr: Musiker aus Israel und Palästina "spielen vor" - und zwar in des Wortes originaler Bedeutung - wie Gräben des Misstrauens, des Hasses und der Zwietracht zugeschüttet werden können.
    Die Reisen des Divan-Orchesters sind darum wahr-haftige Friedensmissionen und können anregen, dass jeder etwas mit seinen Möglichkeiten zur friedvollen Begegnung der Religionen und Kulturen bewirken kann.

    Cover der DVD




    Eine DVD mit der Dokumentation der rasanten Entwicklung des Divan-Orchester von  1999 - 2005 zeigt die Etappen auf, wie die Vision mehr und mehr Konturen gewann - in Weimar, Buchenwald, Berlin, Sevilla, Córdoba, Rabat, Genf, Ramallah, Jerusalem ... Das Ramallah-Konzert vom 21. August 2005 kann man vollständig nachhören. Die gewonnenen Preise für diese musikalische Friedensmission (z.B. Internationaler Emmy Award und ECHO Klassik 2006) scheinen nur noch anspornender gewirkt zu haben.

    Baustelle der Barenboim-Said-Akademie
    (Juni 2015)
    Konzertsaal der Barenboim-Said-Akademie (November 2017)

    Inzwischen hat die Barenboim-Said-Akademie (Bericht in rbb, 15.06.2015) für junge Musiker aus Nahost das Richtfest hinter sich (Bericht der Berliner Zeitung vom 15.06.2015) und 2016 ihre Eröffnung gefeiert. Auf der Rückseite der Staatsoper in Berlin entstand so ein musikalisch-multikultureller Lern- und Begegnungsort. Die ersten Studenten worden dort nun aufgenommen (Bericht der SVZ vom 07.12.2016).
    Der am 4. März 2017 eingeweihte Pierre Boulez-Saal 
    bietet vielfältige Möglichkeiten, das interkulturelle
    Anliegen Barenboims noch weiter zu intensivieren.



    Eine optische Reise sowohl ins Orchester bei Proben und Aufführungen stellt der Bildband des von Anfang an zum Divan-Orchester gehörenden libanesischen Geigers  Georges Yammine dar:
    Funkelnde Hoffnung. Das West-Eastern Divan-Orchestra und die Kraft der Musik / A Sperk of Hope. The West-Eastern Divan Orchestra and the Power of Music.
    Hg./ed.: Daniel Barenboim.
    Wiesbaden: Corso 2014 


    "Die Musik verfügt wie keine andere Kunstform über die Fähigkeit, eine Vielfalt widerstreitender Gefühlslagen und Gedanken gleichzeitig auszudrücken
    und in Harmonie zu bringen".
    (Julia Spinola, aaO S. 9)