Donnerstag, 28. April 2016

Im Dialog: Hans Küng und Papst Franziskus zum Unfehlbarkeitsdogma von 1870

27.4.2016 - KNA

Papst Franziskus antwortet Hans Küng in Sachen Unfehlbarkeit

München/Tübingen (KNA) Papst Franziskus hat auf das Schreiben von Hans Küng geantwortet, mit dem der Tübinger Theologe eine freie Diskussion über das päpstliche Unfehlbarkeitsdogma anstoßen will. Wie die "Süddeutsche Zeitung" (Mittwochsausgabe) berichtet, hat Küng einen mit der Anrede "lieber Mitbruder" beginnenden Antwortbrief des Papstes erhalten. Darin begrüße der Papst Küngs Vorstoß, eine freie Diskussion über den seit 1870 geltenden Unfehlbarkeitsanspruch zu ermöglichen. "Diesen neuen Freiraum, so meine Folgerung, gilt es zu nutzen, um die Klärung der in der katholischen Kirche und Ökumene umstrittenen dogmatischen Festlegung voranzutreiben", betont Küng.

Dem Papst gelte für diese neue Denkfreiheit "mein tief empfundener Dank". Auf Nachfrage sagte Küng der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), er wolle den Wortlaut des Briefes aus Gründen der Vertraulichkeit nicht veröffentlichen. Anfang März hatte der Theologe in einem offenen Brief an Papst Franziskus zu einer Überprüfung des Unfehlbarkeitsdogmas aufgerufen. Nur so sei eine wirkliche Erneuerung der Kirche möglich. Themen wie die Verständigung zwischen den Konfessionen, die gegenseitige Anerkennung der Ämter und des Abendmahls, Fragen von Ehescheidung, Frauenordination und Zölibat sowie der "katastrophale Priestermangel" seien sonst nicht zu lösen. Küng war wegen seiner Infragestellung der päpstlichen Unfehlbarkeit in den 1970er Jahren in Konflikt mit dem Vatikan geraten und hatte seine kirchliche Lehrbefugnis verloren. Das Unfehlbarkeitsdogma wurde beim Ersten Vatikanischen Konzil (1869/70) in der Amtszeit von Papst Pius IX. verkündet.

Es besagt, dass der Papst bei Lehrentscheidungen in Glaubens- und Sittenfragen nicht irren kann. Die praktische Bedeutung des Lehrsatzes ist indes gering; bislang machte nur ein Papst davon Gebrauch. Das war Pius XII., der 1950 das Dogma von der leiblichen Aufnahme der Gottesmutter Maria in den Himmel verkündete.

Englischsprachiger Kommentar:
Fr. Hans Kung says Francis responded to request for free discussion
on infallibility dogma

> National Catholic Reporter 26.4.2016

Dienstag, 26. April 2016

Flucht und Asyl - eine ungeahnte Herausforderung für Europa (aktualisiert)

Die Konflikte, besonders im Nahen Osten und Afrika, haben so viele Menschen wie selten zuvor in die Flucht getrieben. Insgesamt sind es derzeit etwa 60 Millionen weltweit! 

Obwohl auch politische Mächte des Westens, Russlands und der arabischen Halbinsel zu den Mitverursachern gehören, sind Lösungs-möglichkeiten für die leidenden Menschen noch weit entfernt. Sie müssen z.T. in erbärmlichen Unterkünften hausen und ohne jegliche Zukunftshoffnung.
Um eine gewisse Orientierung angesichts der Fülle des Materials zu geben, sind hier einige Materialien zusammengestellt, die leicht über das Internet abgerufen werden können.
Für die Arbeit mit Schülern hat das Religionslehrer-Portal rpi-virtuell praktische Orientierungen zusammengestellt:
Themenseiten "Flüchtlinge" - nach Schulstufen geordnet.

Vgl  auch: Animationen der UNHCR-Flüchtlingsorganisation
Darüberhinaus ist es wichtig, schnell kompetente Informationen zu erhalten, die auch über das Tagesgeschehen hinausgehen:
Zu Situation in den einzelnen Ländern sei auf diese Seiten verwiesen:

Baha'i-Religion und das höchste Fest "Ridvan" - das Prophetentum von Baha'u'llah

Der heutige Ridvan-Garten
in Akko, Israel  (Wikipedia)
Die Baha'i-Religion als jüngste monotheistische Weltreligion hat keine besonderen auffälligen Rituale. Gedenken und Feiern haben stärker meditativen Charakter, bei denen die Texte der "Stifter" rezitiert werden und damit auf die Geschichte dieser Glaubenstradition Bezug genommen wird.
Der Baha´i-Kalender hat für die Festtage auch einen besonderen Rhythmus und ist insgesamt auf die Gründungsdaten der Baha´i-Religion bezogen.




Das höchste Fest der Baha'i-Religion, Ridvan, liegt zwischen dem
21. April und 2. Mai.

Im Jahre 2016 wird Ridván am 29. April gefeiert.

Das Fest bezieht sich auf Baha'u'llah (1817-1892), der sich als der "Eine Verheißene" geweissagt sah.
Die Baha'i-Religion bezieht sich darum auch auf Mirza Ali Muhammad (1819-1850), genannt der Bab (= das Tor), der sich als Vorläufer des großen Gesandten ansah, ähnlich wie Johannes der Täufer, der als Vorläufer Jesu angesehen wird. Auf diese Weise proklamierte der Bab das Prophetentum des Baha'u'llah.

Das Wort Ridvan = Garten bezieht sich auf einen Garten in Bagdad, in dem sich der "Verheißene" aufhielt, ehe er von seiner Haft aus Teheran kommend zur Weiterverbannung nach Istanbul geschickt wurde.

Details und geschichtliche Hintergründe zu Ridvan: hier

Weitere Gedenktage und Feste der Baha'i: hier

Pessach – Passafest 2016

Pessach-Haggada 
Das “Fest der ungesäuerten Brote”, Pessach / Passa / Passah
war ursprünglich das Fest zur Gerstenernte, ist jedoch eines der höchsten Gedenkfeste Israels. Es gehört zu den traditionellen Wallfahrtsfesten im Judentum mit wichtigen Ritualen auch in der häuslichen Feier und bezieht sich  auf die Erinnerung der Befreiung aus Ägypten durch Mose.
Seder-Teller

Nach jüdischer Zeitzählung beginnt das Fest am Seder-Abend des 14. Nisan und dauert bis zum 22. Nisan. Im Jahr 2016 wird
Pessach vom 23. bis 30. April

gefeiert und liegt dieses Mal nicht wie relativ oft parallel zum christlichen Osterfest.


Die Mahlzeit zur Erinnerung an die Befreiung wird mit besonderen Speisen und Gewürzen begangen (siehe Abbildung Seder-Teller). Auch Jesus dürfte mit seinen Jüngern das “Abendmahl” vor seinem Tod als Seder-Mahl begangen haben.
Der Name des Festes bedeutet Vorübergehen (des Unglücks), Verschonung.
Vgl. dazu die biblischen Texte
zur Vorbereitung der Flucht aus Ägypten in 2. Mose 12 und 13,1-16.

Das Internet-Info-Portal Hagalil.com bietet wiederum
virtuelle Grußkarten für Pessach an.