Donnerstag, 28. Januar 2016

Avitall Gerstetter - Erinnerungsgeschichte der versöhnenden Art (aktualisiert)


Avitall Gerstetter ist die erste jüdische Kantorin in Deutschland (vgl. Filmberichte bei Planet Schule).
Sie singt  in den Synagogen-gottesdiensten Berlins, aber nicht nur: Mit ihrer Stimme verbindet sie seit Jahren sowohl jüdisch-christliches wie auch ein weitergehendes musikalisch-inter-religiöses Engagement.  

Avitall trat bei den Ev. Kirchentagen in Dresden 2011 und Hamburg 2013 auf. Noch andere künstlerische Elemente sind seitdem hinzugekommen, besonders auch die Zusammenarbeit mit dem Synagogalchor Breslau/Wroclaw
So hat sie im "Salon Avitall" eine besondere Erinnerungsgeschichte in der Verbindung von Musik und Kunst entwickelt:
"We will call out your name" ---
Cover der Erinnerungs-Box
Beispiele einer neuen Erinnerungskultur


Hanna und Rozsika
(Stephan Balkenhol)
Bildnerische "Verdichtung" mit Stephan Balkenhol
Der bekannte Künstler hat Skulpturen von Hanna und Rozsika hergestellt. 
Roszika ist die Großtante von Avitall, und Hanna  eine Verwandte.  Hanna und Roszika wurde nach der Ankunft ins Gas geschickt ....
Vgl. dazu den beeindruckenden Bericht von Avitalls Reise mit ihrer Großtante Jolly Kestelman nach Auschwitz:
Neue Wege der Erinnerung
(Deutschlandradio Kultur, 25.01.2014)
 

Stephan Balkenhol hat neben diesen Skulpturen noch eine Illustration (Rozsika als junge Frau) gefertigt, die auf 25 Stück limitiert ist. Diese Illustration kostet 600 € (nicht gerahmt) und kann als weitere Möglichkeit zur Finanzierung von "We will call out your name" erworben werden.
Weitere Infos: cantor@avitall.de
Hanna als junges Mädchen
(Stephan Balkenhol)





Weiteres zu Avitall Gerstetter

Donnerstag, 7. Januar 2016

Pater Dall'Oglio: Mar Moussa - ein Kloster des christlich-islamischen Dialogs in der syrischen Einöde (aktualisiert)

Byzantinische Kapelle (Wikipedia)
Ein verfallenes Kloster, ein Jesuitenpater und die Bergwüste: Damit beginnt die dramatische Geschichte des italienischen Priesters Paolo Dall'Oglio (geb. 1954 in Rom) in Syrien. Er entdeckte 1982 das verfallene Kloster, das den Namen Dair Mār Moūssā al-Habaschi trägt. Der Name bezieht sich auf einen äthiopischen Fürsten, Moses von Abessinien, der hier vor 1500 Jahren in der Einsamkeit mit einigen Gefährten die Nähe zu Gott suchte.


Kloster Mar Moussa (Wikimedia)
Seit 1984 baute Pater Paolo mit Freiwilligen die Klosterruine nach und nach wieder auf und machte sie zu einer Begegnungsstätte von Christen und Muslimen in der Region und darüber hinaus. In der klösterlichen Abgeschiedenheit leben Mönche und Nonnen (eine Besonderheit in der katholischen Kirche!). Menschen aus aller Welt, die bisher kamen, wurden gastfreundlich umsonst aufgenommen und halfen dann als Dank im Kloster mit.


Pater Paolo, unerschrockener Kämpfer für Gerechtigkeit und Frieden, hat seit den revolutionären Aufbrüchen in Syrien immer wieder zwischen den Fronten  vermittelt. Er suchte während des brutaler gewordenen Bürgerkriegs die verfeindeten Gruppen auf und riskierte dabei sein Leben.
Seit dem Spätsommer 2013 ist der Pater jedoch verschwunden - ein beunruhigendes Zeichen! Das hat hauptsächlich den im französischsprachigen Raum tätigen Freundeskreis von Pater Paolo (Les amis de Mar Moussa) bewogen, zu Gedenkveranstaltungen und für die Freilassung des Paters sowie aller syrischen Gefangenen die Stimme zu erheben.


Im Sommer 2013 erschien das Buch von
Paolo Dall'Oglio: La rage et la lumière. Un prêtre dans la révolution syrienne
( = Die Wut und das Licht. Ein Priester in der syrischen Revolution)

Hintergrundbericht im Portal "Le Chiffon Rouge" vom 30.08.2013 

Die Motivation für das dialogische Handeln
von Pater Paolo Dall'Oglio SJ.

Erklärung nach seiner Ordination 1983
(La Croix, 01.09.2014)


Weitere Informationen zu Syrien: hier