Mittwoch, 26. Februar 2014

Interreligiöser Lernort - Museum RELÍGIO in Telgte

Das im Münsterland gelegene Telgte ist durch das Gnadenbild einer Pietà und durch die Marienwallfahrt schon lange berühmt. Bereits 1934 entstand hier ein Wallfahrts- und Heimatmuseum, das seit 1994 den Schwerpunkt Krippenmuseum erhielt - mit Weihnachtskrippen aus aller Welt. Vom Jahr 2000 an wurde ein Konzept der interreligiösen Öffnung entwickelt.

Das Museum heißt nun seit 2011:

REGIO, Westfälisches Museum für religiöse Kultur.
Mehr zur Geschichte: hier 

Der Rundgang beginnt im neuen Haus 1 mit einem "üppigen" Tisch der Religionen, auf dem die reiche Spiritualität alter und neuer Religionen sichtbar wird. Im 1. Obergeschoss treten die BesucherInnen durch entsprechend markierte "Tore" in die Vielfalt religiöser Bräuche ein. Hier lässt sich  der Lebensweg an den "Passageriten"  vom Lebensbeginn, über das Erwachsenwerden, die Heirat und bis in die Jenseitsvorstellungen nachvollziehen.
Das 2. Obergeschoss ist dann dem Christentum mit den weltweiten multikulturellen Jahresfest-Variationen, besonders Weihachten, gewidmet.

Wer von der internationalen "Szene" wieder etwas zurück in die christliche Heimat möchte, geht in das historische Gebäude von Haus 2. Dort erfährt man vieles über die christlichen Ausprägungen in Westfalen, und zwar  von den Anfängen der Christianisierung, über die Reformation bis in die Gegenwart (Erdgeschoss).
Im 1. Stock bildet dann die geradezu "üppige" Wallfahrtstradition von Telgte den Mittelpunkt.
Hier hängt auch das berühmte riesige Fastentuch, das "Hungertuch" von 1623.  Ein besonderes Arrangement ist Clemens August Kardinal von Galen, dem "Löwen von Münster" gewidmet, der durch seinen Widerstand im Nationalsozialismus berühmt wurde. 
Im 2. Stock lässt sich ergänzend schlesischer Katholizismus aus der ehemaligen Grafschaft Glatz nachvollziehen. Hier sind die Vertriebenen gewissermaßen inkulturiert worden.


Das Museum zeigt in beeindruckender Weise, wie sich aus einer westfälisch-katholischen Sicht interreligiöse Weite global entwickelt hat. Durch die geschickte, auch didaktische Präsentation, lohnt ein Besuch für alle mehr oder weniger religiös Interessierten jeden Alters. Keine/r sollte versäumen, auch die lebendigen Glaubensäußerungen der unmittelbaren Ungebung, besonders der Wallfahrtskapelle in sich aufzunehmen. Sogar der alte Pilgerweg von Münster nach Telgte lässt sich an den doppelseitigen Bildstöcken (an der B 51 bzw. B 64) noch direkt nachverfolgen.



Der Tisch der Religionen mit Video-Animationen



Labyrinth-Kreuz für die Kulturhauptstadt Ruhr 2010


Blick von Haus 1 zur Wallfahrtskapelle



Ritenbeispiel: Karfreitagsratsche





Äthiopische, aus dem Felsen gehauene koptische Kirche (Fotoshow)




Das Grab von Elvis Presley (Fotoshow)



König Melchior blickt auf das Museum
St. Clemens und Wallfahrtskapelle





Sonntag, 23. Februar 2014

Dringendes Handeln der Religionen zum Frieden ...

Logo von United Religions Initiative
Alle religiösen Traditionen betonen immer wieder, dass jeder Mensch Frieden in sich selbst und in der Gesellschaft bewirken kann. Lokale Gruppen, aber auch internationale Organisationen, mahnen angesichts dramatischer Konflikte, auf solche Worte des Friedens zu hören und praktische Verwirklichungsmöglichkeiten anzustreben. Dazu gehören u.a. Religions for Peace (RfP - früher WCRP), United Religions Initiative (URI), Parlament der Weltreligionen und die Stiftung Weltethos.

Die 9. RfP-Weltversammlung in Wien (November 2013) hat deutlich gemacht, wie viel Religionen in der Befriedung von Konflikten leisten könn(t)en. Der Generalsekretär von RfP, William F. Wendley, hat am 16.01.2014 zu intensivem interreligiösem Gebet für Syrien aufgerufen.


Also - es kann jede/r etwas tun
und mit den eigenen Möglichkeiten und Ideen Frieden machen.

Es ist grundlegend, dass die unterschiedlichen religiösen Traditionen sich hier von göttlicher Liebe und Verantwortung geleitet wissen:

Krieg ist das größte Verbrechen des Menschen gegen seine Mitmenschen. (ZOROASTRISMUS)


 Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Denn es wird kein Volk gegen das andere ein Schwert aufheben, und werden hinfort nicht mehr den Krieg lernen. (JUDENTUM)

Wenn die Menschen auf Gott hören, wird Er sie aus der Dunkelheit des Krieges zum Licht des Friedens führen. (ISLAM)

Selig sind die Friedensstifer, denn sie werden Gottes Kinder genannt werden. (CHRISTENTUM)

Wahres Glück kommt zu denen, die in Frieden mit ihren Mitmenschen leben.  (BUDDHISMUS)

Der gute Herrscher sinnt auf Frieden und nicht auf Krieg, er regiert durch Überzeugungskunst, nicht durch Stärke. (TAOISMUS)

Wenn die Menschen auf Gott hören, wird Er sie aus der Dunkelheit des Krieges zum Licht des Friedens führen. (ISLAM)
Friedenssymbol - UNO - New York

Selig sind die Friedensstifer, denn sie werden Gottes Kinder genannt werden. (CHRISTENTUM)

Wahres Glück kommt zu denen, die in Frieden mit ihren Mitmenschen leben.  (BUDDHISMUS)

Der gute Herrscher sinnt auf Frieden und nicht auf Krieg, er regiert durch Überzeugungskunst, nicht durch Stärke. (TAOISMUS)

Trachte mit allen deinen Nachbarn in Harmonie zu leben und in Frieden mit deinem Bruder. Frieden und Liebe sollten auf der ganzen Welt herrschen. Der Höchste Gott will den Frieden seiner Geschöpfe. (KONFUZIANISMUS)

 Die ganze Welt muss als ein einziges Land betrachtet werden, alle Völker als ein Volk und alle Menschen als Angehörige einer Rasse ... Wir müssen Gott gehorchen und danach streben, Ihm zu folgen, indem wir alle unser Vorurteile ablegen und der Erde Frieden bringen. (BAHA'I)

Die Erde wird frei sein von Mühsal, und die Menschen werden im Frieden leben - unter dem Schutze Gottes. (SHINTOISMUS)

Willst du Glück und Sicherheit, so trachte nach Frieden. Der friedvolle Geist gründet sich auf Weisheit. Gott ist ein Gott des Friedens und Er wünscht den Frieden für alle Menschen. (HINDUISMUS)

Die Erleuchteten machen den Frieden zum Grundstein ihren Lebens. Alle Menschen sollen mit ihren Mitmenschen in Frieden leben. So ist Gottes Wille. (JAINISMUS)

Die Zitate stammen aus dem Buch: O.P. Ghai (Hg.):
Einheit in der Vielfalt. Vorwort: Franz Alt.
Hofheim/Ts.: Ed. Carmel Baha'i-Verlag 2000, 3. Aufl.

Weitere Materialien zum Thema der Friedensarbeit:




Donnerstag, 20. Februar 2014

Lippepark Hamm - Lernort interreligiöser Begegnung


Auf der ehemaligen Schachtanlage "Franz" - lange Zeit Industriebrache -  ist 2012 ein Park entstanden.  Neben Spiel- und Sportanlagen fallen Stahl-Portale auf, die 5 Weltreligionen symbolisieren. Sie sind Zeichen für die Offenheit der Religionen. Diese kommt weiterhin zum Ausdruck durch die Texte, die im Kreis auf "Lernpulten" zu lesen sind:  fest-gestellter interreligiöser Dialog, wie er auch in Hamm an manchen weiteren Stellen gepflegt wird.

Auf den Stehpulten "liegen" Kernsätze der Religionen, die zum Miteinander ermutigen.


Judentum
Du sollst Deinen Nächsten lieben wie dich selbst (3. Mose 19,18)



Christentum
Die Gnade Jesu Christi, des Herrn, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen (2. Korinther 13,13)



Islam
Siehe, Gott, gebietet, Gerechtigkeit zu üben, Gutes zu tun und den Nahestehenden zu helfen. Und er verbietet das Schändliche und Unrechte und Gewalttätige. Er ermahnt euch, dies zu Herzen zu nehmen (Koran, Sure 16 an-Nahl)



Hinduismus
Wer nicht berührt die Außenwelt, wer klug sich hält von ihr zurück, wer in das Brahma (= die schöpferische Kraft) sich versenkt, der findet in sich selbst das Glück (Bhagavadgita 5,21)



Buddhismus
Wie eine Mutter ihren eigenen Sohn, ihr einzig Kind mit ihrem Leben schützt, so möge man zu allen Lebewesen ohne Schranken seinen Geist entfalten - voll Güte: nach oben hin, nach unten, quer inmitten, von Herzens-Enge, Hass und Feindschaft frei! (Metta-Sutta = Sutra von der Güte)


Zwischen Wohnen, Arbeiten und Erholen werden die Vorbeigehenden immer wieder daran erinnert, dass das gemeinsame Wirken der Weltreligionen Kräfte der Verständigung freisetzt. Aus spirituellen  Annäherungen kann sich Verständnis aller Menschen für einander entwickeln.



Die Stadt Hamm
hat diese religiösen Toleranzportale auf ihrer Homepage besonders hervorgehoben.


Übrigens gibt es einen weiteren beeindruckenden interreligiösen Lernort am anderen Ende von Hamm, den großen Hindu-Tempel in Uentrop. Details: hier

Weitere religiöse Lernorte: hier