Freitag, 26. Juli 2013

Das Paläon in Schöningen - Lernort der Menschheitsgeschichte

Es sind scheinbar nur ein paar lange Holzstangen, aber sie sind eine archäologische Weltsensation: Im Zusammenhang des Braunkohletagebaus an der ehemaligen DDR-Grenze bei Schöningen hat man zwischen 1994 und 1998 neben weiteren Relikten von unseren menschlichen Vorfahren Holzspeere  für die Jagd gefunden, die etwa 300.000 Jahre als sind, also aus der Altsteinzeit stammen. Die Einmaligkeit dieser Funde besteht darin, dass  dank geologisch und klimatisch glücklicher Umstände diese Speere im Boden bis in die heutige Zeit konserviert blieben.

Mit dem im Juni 2013 eröffneten Paläon - einem futuristisch leuchtenden Museumsbau ganz in der Nähe der Fundstätten - wurde ein Fokus auf die frühe Menschheitgeschichte gesetzt. So lässt sich "nach-schauen", wie unsere steinzeitlichen Vorfahren  (homo heidelbergensis) ihre kreative Intelligenz zur Erleichterung der Lebensbedingungen umsetzten.
Das Museumskonzept mit vielen interessanten archäologischen Funden von Menschen- und Tierknochen, mit ganz unterschiedlichen Steinwerkzeugen zur handwerklichen Bearbeitung fasziniert: Bei all dem, was das Leben der Vorfahren ausmachte, wird auch eine Verbindung zu unserer heutigen Lebensart hergestellt; Schautafeln, Bildern und Video-Vorführungen ermöglichen dies.

Aber die großen und kleinen Besucher sollen nicht nur die Exponate bestaunen und den Forschern im gläsernen Labor bei der Arbeit zuschauen, sie können auch selbst mitmachen. Das ist im interaktiven  Besucher-Labor möglich, wo man anhand von archäologischen Ergebnissen selbst zum Forschen angergt wird.
Mit den Spazierwegen am Museumsbau wird zugleich ein Stück der vergangenen Zeit lebendig, wenn man z.B. die Informationen zu den dort wachsenden Pflanzen betrachtet oder den Wildpferden auf der Koppel zuschaut.

Mehr zum Paläon: hier

Weitere Lernorte: hier

Donnerstag, 25. Juli 2013

Operndorf Afrika in Burkina Faso - Das Kulturen verbindende Vermächtnis von Christoph Schlingensief

Künstlerischer Ferienkurs, Juli 2012
© Aino Laberenz
Der im Jahre 2010 viel zu früh verstorbene Christoph Schlingensief war mehr als ein gesellschaftskritischer Künstler.
In seiner letzten Zeit initiierte er das Projekt "Operndorf Afrika" als Kontinente überschreitenden Kunst-Beitrag. Im Gegensatz zu manch (post-)kolonialen Attidüden, mit denen "Entwicklunsghilfe" für Afrika geleistet wird, steht hier das Gemeinsame und sich gegenseitig Bereichernde im Vordergrund.
So ist - auch architektonisch eindeutig - dieses Dorf im südlichen Sahel entstanden. Hier gruppieren sich rund um den zentralen Marktplatz Möglichkeiten für Theater, Bildung, Spiel und Gesundheitsförderung. Das ist keine Oper im klassisch westlichen Sinne, sondern das Dorf selbst wird zur Bühne und zum Ausdruck neuer Lebenschancen. Dazu verhelfen auch die neu gebauten Wohnhäuser, die Schule und die Krankenstation.

Die Stiftung "Omnis Religio" hat aufgrund dieser so intensiv angelegten Verbindung von Kulturen, religiösen Traditionen und Bildungsinitiativen ihren Förderpreis 2013 Schlingensiefs Operndorf in Burkina Faso zugesprochen. Dieses Projekt, von seiner Frau Aino Laberenz weitergeführt, braucht  engagierte Unterstützer und mutige Wegbegleiter.