Freitag, 28. Juni 2013

Zwei Lernorte in den Alpen: Die Friedensglocken in Rovereto und Telfs

Oberhalb der norditalienischen Stadt Rovereto (Trentino) steht die Campana dei Caduti, die als die größte Glocke der Welt gilt und an die Gefallenen des 1. Weltkriegs erinnert. Man goss sie 1924 aus eingeschmolzenen Kanonen,  um mit ihrem abendlichen Geläut an den Frieden zu mahnen.  Sie trägt den Namen Maria Dolens. Wegen technischer Probleme wurde die Glocke inzwischen noch zweimal neu gegossen. Sie ist zu einem weit sichtbaren und abends hörbaren Friedenszeichen geworden. Eine Ausstellung im dazu gehörenden Museum erzählt fotografisch die Geschichte der Glocke, verbunden mit kleinen Ausstellungen, die den Wunsch nach Frieden künstlerisch vertiefen.

Seit 1972 gibt es ein weiteres Friedensgeläut, das auf die Initiative der grenzüberschreitenden Arbeit der Alpenländer entstand:
Die Friedensglocke in Telfs-Mösern, in der Nähe von Innsbruck.
Die Alpenregionen in Österreich, Italien, Deutschland und der Schweiz haben hier ein Zeichen der guten Nachbarschaft und der Zusammenarbeit gesetzt.
Wenn das Geläut der Glocke täglich um 17.00 Uhr über das Inntal hallt, wird zugleich deutlich, dass Menschen verschiedener Sprachen und Kulturen um des Friedens willen zusammengehören. Der um die Glocke herum eingerichtete Wanderweg mit sieben Stationen ist immer wieder ein Anlass, auch interreligiös miteinander auf dem Wege zu sein.

Es lohnt sich - nicht nur im Urlaub - an diesen zwei Orten in den Alpen innezuhalten ...










Dienstag, 11. Juni 2013

Die Internationale Gartenschau Hamburg als Lernort: Vielfältige Begegnungen der Religionen

Das Motto der Internationalen Gartenschau Hamburg vom 26. April bis 13. Oktober 2013 lautet:
In 80 Gärten um die Welt.
Religiöses lässt sich dort auf vielfältige Weise entdecken, und zwar besonders in der
Der Rundgang beginnt auf dem alten Friedhof, dessen alte und neue Grabstelen als Memoriam-Garten bereits religiöse Vielfalt zum Ausdruck bringen. Große Kieselsteine symbolisieren den Lebensfluss des Woher und des Wohin.

Die ehemalige Friedhofskapelle mit ihrer Fotoausstellung lässt das "Zwischen Himmel und Erde" besonders spüren und wird zum Impuls des interreligiösen Dialogs.
Von der Achse "Brunnen des Lebens"  zweigen die Themengärten der einzelnen Religionen wie Speichen eines Rades ab und nehmen auf ihre Weise dieses "Zwischen" meditativ auf:
  • Beim Buddhismus führt ein Symbolweg mit Lotus-Teich, Gebetsfahnen und Glaubenssymbolen zu einer Buddhastatue.
  • Im Hinduismus eröffnet sich mit der Glocke am Mantra-Tor des OM, der stetige Kreislauf der Kosmos.
  • In Form eines Halbmonds weitet sich der Garten des Islam  hinter dem Palmentor und lenkt den Blick auf einen symbolträchtigen Olivenbaum und die Wasserspiele - ein Hauch des Paradieses.
  • Im Garten des Judentums durchschreitet der Besucher die 6 Tage der Schöpfung und kann am 7. Tage, dem Sabbat, auch praktisch ausruhen.
  • Der Weg des Christentums führt vom Lebensbeginn bis zur Mauer des Todes und ist doch vom Licht der Auferstehung geprägt.
 
Auf diesen religiös unterschiedlichen Pilgerpfaden durch die Religionen lassen sich Erfahrungen des beruhigenden Stillewerdens ganz selbstverständlich machen. Die Weg-Etappen erzählen dabei immer wieder von einem Gehaltenseins in der Weite und Tiefe des Kosmos. Orientierung bieten die Wegezeichen der Glaubenstraditionen. So wird es leicht, besonders mit den Augen und mit dem Herzen Religion zu lernen. Noch mehr: Diese Vielfalt ermuntert, interreligiöse Begegnung als Reichtum zu entdecken.

Unsere Verabredung mit dem Leben findet im gegenwärtigen Augenblick statt und der Treffpunkt ist genau da, wo wir uns gerade befinden.
Buddha

Aktueller informativer Bericht
im Hamburger Abendblatt online
, 10.06.2013


Weitere Lernorte: hier





Montag, 10. Juni 2013

Lernort - Der Louvre in Flandern: Zeiten-Wandel


Der berühmte Louvre in Paris hat seit dem Dezember 2012 eine Dépendance im nordfranzösischen Lens. Vor wenigen Jahren waren an dieser Stelle noch die Reste eines Kohlebergwerks zu sehen. Die sich langsam begrünenden Halden in der Nähe zeugen davon. Über ein frisch angelegtes Parkgelände mit vielen Anspielungen an die Vergangenheit des Ortes gehen die Besucher zu einem langgestreckten Gebäude, dessen Glasfassaden im Licht schimmern.
Die große Halle im Inneren, "La Grande Galerie", ermöglicht ein ganz besonderes Museumserlebnis: Eine Galerie der Zeit, "Galérie du temps", führt von 3500 v. Chr. bis ins 19. Jahrhundert.
Die ganz kleinen und die riesigen Exponate sind so arrangiert, dass das Betrachten zum Eintauchen in vergangene Welten wird.
Übrigens - bis 3. Dezember 2013 kann die Dauerausstellung noch gratis besucht werden.


Ist man durch die GALERIE DER ZEIT hindurchgegangen, kommt man in den  "Pavillon de Verre" mit drei Rondells, in denen Reflexionen über die Wahrnehmung und das Wirken der Zeit faszinieren.


In der "Galerie d'Exposition Temporaire" gibt es verschiedene Ausstellungen - bis 23. September 2013: "L'Europe de Rubens".

Der Gott Mithras opfert den Stier (100-200 n. Chr.)
In "La Scéne",
dem Saal für Aufführungen der verschiedensten Art, werden die Dimensionen der Ausstellung weiter entwickelt. Außerdem gibt es eine Mediathek, ein Forschungszentrum und Mitmach-Ateliers für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Diese Einrichtungen verbinden die Arbeit der Experten mit dem Interesse des Publikums.



Das aktuelle Veranstaltungsprogramm: hier
Praktische Hinweise zum Museumsbesuch: hier

Der Bereich des Mittelalters in der "Grande Galerie"